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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Theodorusbnsudjt St.Magnum-

Cap. II.

Maqimsunb Tt>eo«dorusjichmtum BischofWicterpo-

Magnusweigere sichdic Priester,wcnuunqanzuncm,me».

Wird Prie,ster-

Von dem Heiligen Magno/

und Wunderwercken / nehmlich : wieer den Bracken qetödt/ andere Unthierund Ungeziffer / ja auch die Teuffel selbstvon dem Orth abgefertiget/ verehreteund übergäbe dem neuen Klösterleindie Gerechtigkeiten / und Zehcnden /zuGeltenstein/ bestättigtediß auch mitBrieff und Sigel. Under disem Ver-laustmit Pipino/ käme der seelig Theo-dorus deß heiligen Magni Mitbruder/und Comprofeß von Kempten gen Füs-sen/ seinen Vatter heimzusuchen/ undnach geschehenem Gruß/ und Brüder-lichem Kuß / erzehlte Magno Theodo-rus/ wasUngelegenheit/ Verfolgung/und Zwang er von den Kemptnern /und denen so bey der Pler wohneten /habe müssen erdulten / und wie er angemelter Pler ein Kirchen zubauen Wil-lens gewesen/ und die durch den Bi-schoff Wicterpum zu unser Lieben Frau-en Ehren Weyhen zulassen/ wann erMagnns ihme Fürbitt/ und Hilffbeydem Bischoff leistete.

Dise Bitt könte Magnus nichtabschlagen / zogen mit einandern anden Bischöfflichen Hok Heptaticum /da sie ihn/ dem andächtigen Gebettobligend / fanden; Als er aber diserzweyen Ankunfft gewar worden / em-pfieng er sie freundlich / und auf fürge-brachtes Begehren / antwort er la-chends Munds/ wolle mit gelegnerZeit die Kirchweyhung gern verrichten/müsse doch ihnen zovor seines HertzensGedaNckeN eröffnen : Eben eher ihr zumitkommen / spräche er/ hab ich beymir entschlossen dich Magne auf kunff-tigen Herbst Fronfasten zubeschicken /und wegen deines Gottseeligen Lebens/zum Priester weyhen/ inbedencken derTugenden mit denen dich GOtt begä-bet/und geziehret hat. In dem sichaber St. Magnus auß Demuth wi-derte / ersahen Wicterpus/ und Theo-dorus über dessen Haupt ein hellenglantzenden Schein / in Gestalt einergüldenen Cron Z da stunde der Bischoffmit grossen Freuden auf/ umfienge unvhalsete Magnum auß eyfferiger Liebe /und über ein wenige Zeit reisete derBischoff mit beyden heiligen Magno /und Theodoro auf Kempten/ Weyhetdie neu erbaute Kirchen zu Ehren Got-tes / und Maria seiner Mutter / ver-kündiget dem Volck das Evangelium /und Weeg zu dem seeligen ewigen Le-ben : Das bekräfftigte auch der Heil.Magnus mit darüber gethanen aufer-baulichen Predigen. Als sie sament-lich wider zu Hauß gelangt / und Theo-dorus zu Kempten blibe/ wurde derHeilige Magnus auf ^gesagtes Ouar-tal zu einem Priester gewyhen. Wie

auferbaulich aber er sich darauf gehal-reu / geben Zeugnuß vil WunderthatenanBlmden/ Hörlosen/ Lahmen/undBesessenen. Item die Eisene Ertzrgrub/ so er in den höchsten Bergen /dem Land / und dem Jnnwohnern zuicheinlichem Nutz/ und Auffenthülter-funden. Ja die wilde Bären ge-horchten ihm / welche ihme nachgefolgtwie zahme Hund / führten die Men-schen auf dessen Befelch/ durch unge-heure Wildnuß / ohn aller andererThieren Nachstellung / und Verle-tzung/ und deßgleichen auß der Wild-nuß widerum nach Hauß. Baldals er der Heilige Magnus Priesterworden / ist der Heilige WicterpusBischoff zu AUgspurg todts verfahren/im r 6 . Jahr von seiner Erwöhlung /und solle der heilige Mang von HertzvgPipino an dessen statt fürgeschlagenworden seyn; als er aber keines wegs Will mt,sein Willen darein geben wolte (wie Bischoff«'auch sein Lehrmeister gethan)ernennet LAN'er seinen Jünger Tozzonem an sein stattBischtum auf sich zunehmen / und zu-verwalten. Dessen hätten Pipinus /die Clerisey / und alles Volck ein Wohl-gefallen / und folgeren ihm.

Nachdem der heilige Magnus sein cap. aZeit erlebt / und hohes Alter wie S.Columbanus / und Gallus erreicht(dann er bey achtzehen Jahr alt / eheer zu Lupovio den Orden angenommen;in gemeltem Kloster in Franckreich /Teutschland / zu Tücken am ZüricherSee/ und Bregentz / zubrachte er beyzehen Jahr / mit dem heiligen Gallovierzehen Jahr. In dessen Wildnußaber / nachdem der heilige Gall verschi- Magn>^den wohnete er mit Theodoro viertzig fon w*'Jahr/ biß deß heiligen Galli Kloster/

Grab verhergt worden/ da zöge er mitTheodoro / und Tozzone dem Priesternach Kempten / und Füssen/ und lebteder Orthen noch 26. Jahr. Also daßwie er 98. Jahr alt wäre ) erkranckteer an einem hitzigen Fieber; da beschick-te er seinen Mitbruder Theodorum vonKempten: der machte sich unverzögen-lich auf die Reiß mit bequemen Artz-neyen / und alsbald er hinkommen /und die grosse gefährliche Schwachheitgesehen / beschickte er auch den frommenBischoff Tozzonem von Augspura / wel-cher sich mcht säumte/ weinete bey ih-me bitterlich / mit Meldung / daß ihmseyd thue seines getreuen Vatters todtansichtig zu werden: Der heilige Mag-nus aber tröstete beyde. Ars dieKranckheit sich 14. Tag erstreckt/ unddre heilige Tozzo/ und Theodorus mitheißen Thrähern bey ihmgebetten /hör-ten sie ein Himmlische Stimm / lautend

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