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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Bischoff/ und Beichtiger. 117

tag Jährlich diser Verß oder Hym- Brcviarijs / Wallisser / und Losan-nus gesungen wird / wie in beyden ner Bischthums / zulesen ist :

Fusa prece ThcoduliNudatur culpa Caroli ;Thcebeorum cadaveraConduntur ejus opera.

Luxit terra Vallenlium,Per geiu namque nimiumAruerant vindemiaeSedunenses, & aliae.

Vasa, lagenas , doliaNil liquoris habentiaFacto crucis signaculoVini replevit poculo.

In djftm Capitel/ welches beydem Mönch Roberto das dritte ist / be-schreib er / wie dem H. Theodulodurch Göttliche Offenbarung dieL^eiberder Heiligen Mauritij/ und seiner Ge-scllschafft gezeigt/ und wie solche zuer-heben/ und ein Kirchen samt einemKloster zubauen er ermähnet worden /und deßwegen er ein Anfänger deßGottshauß St. Mauritij zu Agaunofein solte - welches wohl zuglauben wä-re / wann nicht ein Bischoff in Wallisgewesen/ der Theodorus genannt wor-den. Deßhalben wird es billich S.Theodoro Bischoffenzu Sitten/ so indem Jahr51 z. Gelebt / zu ZeitendesKönigs Stglömundi zugeschrlben / undhaben sich unsere fromme alte Vorfah-ren verfehlet/ in dem sie dem Theodu-lo dem III. Haben zugeschriben / wassie dem Heiligen Theodoro dem H-.Dis Nahmens solten zugeeygnet haben/von diser hochwichtigen Sach/ bcsiheunsern Bischösstrchen Rodel in Wallisin St. Theodulo dem zwölftten Bi-schoff / und die Beschreibung des Gotts-hauß St. Maurinj / in unserm Thea-tro Ecclesiastico Helvetiorum; Be-sihe auch St. Sigismundi Leben hie-vor. . Irem St. Theodori des II.Leben hiernach.

Es schreibet auch obgesagter Ro-dertus/ under andern ein wunderbar-liche Histori/ und Beschicht / wie derH. Theodulus einen Teuffel beschwo-ren/ der ihne gen Romfür des BopstsGemach oder Zimmer / und nach Ver-richtung seiner Geschafften / widerumvon Rom gen Sitten in Wallis mitsamt einer grossen Glocken tragen solle.Dieweil aber dise Beschicht von keinemAutentischen Scribenten beschriben /Und Cäsar Varönius deßgleichen eine /vom H. Bisantzischen Bischoff Antidio /so im Jahr4ir- Gelebt/ und vön densandalis oder Wenden gemartyretworden / den 25. Brachmonat/ ,in sei-Nem Notis ad Martyrologium Roma-Uurn,nir nachfolgenden Worten ver-wirfst. 8igeberrus in Chronico An-Domini 411. ( De S. Antidio lo-quens ) f ec } quaedam admiscens apo-crypha , ßr A veritate aliena ; quae cumMagiam magis, quam pietatem redo-leant, meriti reijcienda sunt. Deß-

wegen wollen wir dise Historiam ( wann

es ein Histori ist )weiters nicht einfüh-ren/ sonder dem guthertzigen Leser inT^-'.Uis schicken dise Ding zu erfahren/besehe er auch unser Theatrum Ec^clesiasticum Helvetiorum > von denBischöffen in Wallis / sonderlich VisenH. Theodulum den XIL An der Zahl.

Da nun der H. Diener Gottes /Und Bischoff Theodulus / wie ihne Ro-bertus nennet/ oder Theodorus derdritte diß Nahmens / ( welches einGriechischer Nahmen ist/ und heißetso vil auf Lateinisch / als Donum Dei>zu Teutsch aber ein Gab Gottes) demBischkhuM Wallis 12. Oder 14. Iahemit grossem Nutz / Und Wohlfahrt vor-gestanden / starbe er eines H. Todtsden »6. Tag Augusti. In dem Jahrdes Herren 806. Wie die BischosfficheRodel mir überschickt/ anzeigen / undwar in unser lieben Frauen Thumkri-chen/ in der Statt Sitten begiabett.Leichter in seinem Leben/ und nach demTodt mit grossen Gaben / und mit Gna-den der Wunderzeichen/ deren wir hier-nach z. Kürtzlich erzehlen wollen / unddie Histori darmit beschliessen.

Im Jahr 144z. Des Hetrn alsungefähr auß dem Land Wallis etlichePersohnen / auß Andacht ein Kirchenvon Grund aufbaueten/ und der Bautäglich zunähme; käme der Festtag desL>. Bischoff herzu/ den gesagte Per-sohnen/ und ihre Vorfahren des Fle-ckens / feyrlich Jährlich begierigen/ aufdaß der gnädige/ und BarmhertzigeGQtt / durch das teure Verdienst/ undgrosse Fürbitt deß H. Blschoffvor Ha-gel/ Donner / Wassergussen sie gnä-diglich behüten / und bewahren wolle.Nun waren in disem Jahr etliche un-der ihnen gefunden/ die nicht mehr wol-len des gemelten Heil. Festtag halten/und mit sportlichem Mund reden dörff-ten/ diejenige sollen den Heiligen Bi-schoff mit ihrem Feyrtag ehren/ derener Bischoff/ und Seelsorger gewesen /und sein Leben / und Wandel gekennethaben. Aber dise leichtfektrge Red/bewegte die Frommen/ und Liebhaberdes H. Tbeodulinichk; ja als der Feyr-tag herzu käme/ und gegenwärtig war/gierigen sie sämtlich zu der Kirchen /und warteten dem Gottsdienst andäch-tiglich ab. Die andern hingegenmengen zu ihrem angefangnen Kirchen-vau / und Arbeit. Da dises also ge-P Z scha-

r:»!'. 5.

Gross,Straff de,ren die dettFesttag deßH Tlieo-dnli ntthabtcn-