Bischoff/ und Beichtiger. 117
tag Jährlich diser Verß oder Hym- Brcviarijs / Wallisser / und Losan-nus gesungen wird / wie in beyden ner Bischthums / zulesen ist :
Fusa prece ThcoduliNudatur culpa Caroli ;Thcebeorum cadaveraConduntur ejus opera.
Luxit terra Vallenlium,Per geiu namque nimiumAruerant vindemiaeSedunenses, & aliae.
Vasa, lagenas , doliaNil liquoris habentiaFacto crucis signaculoVini replevit poculo.
In djftm Capitel/ welches beydem Mönch Roberto das dritte ist / be-schreib er / wie dem H. Theodulodurch Göttliche Offenbarung dieL^eiberder Heiligen Mauritij/ und seiner Ge-scllschafft gezeigt/ und wie solche zuer-heben/ und ein Kirchen samt einemKloster zubauen er ermähnet worden /und deßwegen er ein Anfänger deßGottshauß St. Mauritij zu Agaunofein solte - welches wohl zuglauben wä-re / wann nicht ein Bischoff in Wallisgewesen/ der Theodorus genannt wor-den. Deßhalben wird es billich S.Theodoro Bischoffenzu Sitten/ so indem Jahr51 z. Gelebt / zu ZeitendesKönigs Stglömundi zugeschrlben / undhaben sich unsere fromme alte Vorfah-ren verfehlet/ in dem sie dem Theodu-lo dem III. Haben zugeschriben / wassie dem Heiligen Theodoro dem H-.Dis Nahmens solten zugeeygnet haben/von diser hochwichtigen Sach/ bcsiheunsern Bischösstrchen Rodel in Wallisin St. Theodulo dem zwölftten Bi-schoff / und die Beschreibung des Gotts-hauß St. Maurinj / in unserm Thea-tro Ecclesiastico Helvetiorum; Be-sihe auch St. Sigismundi Leben hie-vor. . Irem St. Theodori des II.Leben hiernach.
Es schreibet auch obgesagter Ro-dertus/ under andern ein wunderbar-liche Histori/ und Beschicht / wie derH. Theodulus einen Teuffel beschwo-ren/ der ihne gen Romfür des BopstsGemach oder Zimmer / und nach Ver-richtung seiner Geschafften / widerumvon Rom gen Sitten in Wallis mitsamt einer grossen Glocken tragen solle.Dieweil aber dise Beschicht von keinemAutentischen Scribenten beschriben /Und Cäsar Varönius deßgleichen eine /vom H. Bisantzischen Bischoff Antidio /so im Jahr4ir- Gelebt/ und vön densandalis oder Wenden gemartyretworden / den 25. Brachmonat/ ,in sei-Nem Notis ad Martyrologium Roma-Uurn,nir nachfolgenden Worten ver-wirfst. 8igeberrus in Chronico An-Domini 411. ( De S. Antidio lo-quens ) f ec } quaedam admiscens apo-crypha , ßr A veritate aliena ; quae cumMagiam magis, quam pietatem redo-leant, meriti reijcienda sunt. Deß-
wegen wollen wir dise Historiam ( wann
es ein Histori ist )weiters nicht einfüh-ren/ sonder dem guthertzigen Leser inT^-'.Uis schicken dise Ding zu erfahren/besehe er auch unser Theatrum Ec^clesiasticum Helvetiorum > von denBischöffen in Wallis / sonderlich VisenH. Theodulum den XIL An der Zahl.
Da nun der H. Diener Gottes /Und Bischoff Theodulus / wie ihne Ro-bertus nennet/ oder Theodorus derdritte diß Nahmens / ( welches einGriechischer Nahmen ist/ und heißetso vil auf Lateinisch / als Donum Dei>zu Teutsch aber ein Gab Gottes) demBischkhuM Wallis 12. Oder 14. Iahemit grossem Nutz / Und Wohlfahrt vor-gestanden / starbe er eines H. Todtsden »6. Tag Augusti. In dem Jahrdes Herren 806. Wie die BischosfficheRodel mir überschickt/ anzeigen / undwar in unser lieben Frauen Thumkri-chen/ in der Statt Sitten begiabett.Leichter in seinem Leben/ und nach demTodt mit grossen Gaben / und mit Gna-den der Wunderzeichen/ deren wir hier-nach z. Kürtzlich erzehlen wollen / unddie Histori darmit beschliessen.
Im Jahr 144z. Des Hetrn alsungefähr auß dem Land Wallis etlichePersohnen / auß Andacht ein Kirchenvon Grund aufbaueten/ und der Bautäglich zunähme; käme der Festtag desL>. Bischoff herzu/ den gesagte Per-sohnen/ und ihre Vorfahren des Fle-ckens / feyrlich Jährlich begierigen/ aufdaß der gnädige/ und BarmhertzigeGQtt / durch das teure Verdienst/ undgrosse Fürbitt deß H. Blschoffvor Ha-gel/ Donner / Wassergussen sie gnä-diglich behüten / und bewahren wolle.Nun waren in disem Jahr etliche un-der ihnen gefunden/ die nicht mehr wol-len des gemelten Heil. Festtag halten/und mit sportlichem Mund reden dörff-ten/ diejenige sollen den Heiligen Bi-schoff mit ihrem Feyrtag ehren/ derener Bischoff/ und Seelsorger gewesen /und sein Leben / und Wandel gekennethaben. Aber dise leichtfektrge Red/bewegte die Frommen/ und Liebhaberdes H. Tbeodulinichk; ja als der Feyr-tag herzu käme/ und gegenwärtig war/gierigen sie sämtlich zu der Kirchen /und warteten dem Gottsdienst andäch-tiglich ab. Die andern hingegenmengen zu ihrem angefangnen Kirchen-vau / und Arbeit. Da dises also ge-P Z scha-
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Gross,Straff de,ren die dettFesttag deßH Tlieo-dnli ntthabtcn-