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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Von dem Heiligen Fmtano / aus Schottland Beichtiger. 11«

hoch bedeuret/ daß deß Authoris Nahmen zugrund gangen. In demGottshauß Rheinau wird dises H. Fintani Leben in undcrschidlichen Oer-tcrn/ und geschribnen Büchern gelesen/ und gemahlet gesehen. Und hat einbesonders/ und anmüthiges Officium Canonicum/ oder siben Tagzeit /vonHymnis / Antiphonis/ Lectionibus / und Rcsponsorijs / welches Fest / undOfficium Jährlich mit grosser Andacht / und Solcmnitet gehalten wird ;und von vil hundert Jahren her / auf den is. Tag Novembris/ oder Win-termonat gehalten worden ist. Seiner Gedenckt auch )oannes 5cumpK:usin der grossen Schweitzerischen Chronick üb* f. cap. 18. foi. 419- Und dtt

gelitte i/ranciseus Guillimaunus de Rebus Helvetiorum, lib. i. cap. if;

§ ^) die Jnsul Engel - undO« Schottland / so an dem^ Brittamschen/HibernischöundTeutschenMeer gelegö/zwey underschidliche Kö-nigreich gewesen / zween König darin»regiert / und zu unser-n Zeiten / nach derKönigin Elisabetha Todt / under ei-mn K önig kommen / bezeugen alle Hi-stori Schreiber/ und ist allen dennenwohl bekannt/ die nur ein wenig dieHistorien gelesen. Dise zwey König-reich waren in sonderbare Provintzen/Hertzogr und Fürstenthum/ GrassundHerrschafften außgetheilt. Under die-sen wäre in dem Königreich Schottennicht das geringste das LaginensischFürstenthum : welches um das JahrChrist 750. Ein großmütiger frommerFürst beherrschete von KöniglichemSchottländischem / und HybernischemGeblüt gebühren/ der mit seiner hoch-adelichen Gemahlin 2. Söhn / und 1.Tochter bezeuget / darunderderH.undgebenedeyte Fintanus/ oder wie ihnandere nennen Fintanum oder Funtan-um / gewesen. Wiewohl es nichtbeschriben/ wie Fromm/ Andächtig /und Gottsförchtig S. Fintanus in sei-ner Kindheit gewesen seye/ auch nochnit gesunden wird; so ist es doch ausnachfolgender Historia / wohl und leicht-lich abzunehmen/ daß er sich von 3 »*gend auf der Andacht/ und GOTTwohlgefälligen Wercken beflissen / undihme hciliglich gedienet habe. Alser nun zu feinen Männlichen Jahrenkäme/ begäbe es sich daß die wilde /und Heidnische Norttmani außFranck-reich über Meer/ in das KomgreichSchotten/ flnd Hybernische Jnsul fte-kn/ auch mit Rauben / Brennen/Mor-den/ grossen Schaden thätten/ und indem abziehen'vil Weibs-Persohnen /und under andern auch des LaginischenFürsten Tochter S. Fintani SchwesterMansch mit ihnen hinweg führten.Der Vatter befähle bald seinem SohnFmtano / daß er sich folte auffmachen /sich mit getreuen Dienern/ und Gefähr-ten versehen/ und dem Feind nacheylen/

sein Schwester zu entledigen/ und mitGelt zu kauften. So bald aber die wil-den Norttmanni Fintani/ und seinerGefährten ansichtig wurden/ grissensieihne/ und seine Gefährten an/ nah-men sie gefangen/ führten sie in dieSchiss/ und schlugen sie in die Eisen-Band. Da nun S. Fintanus einTag/ und Nacht gefangen war/ be-rathschlagt sich die Norttmanni (zweiftfels ohn auß Göttlicher Fürsehung )und achteten für gut / daß man die nichtfolte fangen / so da kamen andere mitGelt/ und Gutzuerledigen/ und auß-zukauffen. Darauf war Fintanusledig gesprochen/ und mit seiner Schwe-ster frey entlassen. Als auch aufein andere Zeit die Heidnische / undTyrannische Norttmanner in Schottenund Jrrland wüteten / und raubten /wolten sie St. Fintanum fangen / derflöhe mit Noth mein Hauß/ und stel-le sich hinder ein Thür/ und ob gleichdie Feind auch in das Hauß krängen /und solches an allen orthen durchsuch-ten / könnten doch sie ihne mergenrsfinden/ dannGOttihr Augen verblen-det/ und feinen Diener beschützt/ undunsichtbar gemacht hatte.

Es ist nicht zu verschweigen / wieGOtt durch seine Fürsehung so wuu-derbarlich seinen H. Diener Fintanumauß seinem Vatterland/ und Fürstcn-tbum gezogen / daß selbige zuverlasseneingesprochen/ und in frembde Land /durch langwirige Pilgerfahrt geführethabe. . Dann als aus ein Zeit in denLaginensischen Provintzen/ ein zwcy-tracht / und Krieg / zwischen zweyenFürsten/entstünde; dahienge S.Fin-tani Varier mit den sinnigen einemHerren an / den er vermeinte das bes-sere Recht zuhaben/ und erstahe demanderen Herren einen lieben Ritter /und Diener. Diser Fürst ergrimmteüber den Vatter St. Fintani / und ge-dachte die That zurechen. Und alser deß H. Fintani Vatter in einer Be-rufung oder Schloß wäre / steckte erdasselbig mit Feur an/ zwange sie he-

rauß

Cap.