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Von dem Heiligen Fintano/
raus zustiehen / und erstäche den Vat-ter S- Fintani. Mit diser That wä-re der Fürst noch nicht begnüget/ such-te auch S. Fintanum mit gleicherWeiß zufangen/ undzuerschlagen; S.Fintanus wehrete sich mit den (einigenritterlich / daß der Feind ihne wederfangk noch erschlage kotiten; sonder ausGöttlicher Beschirmung / mit wenig /und geringen Wunden / durch derFeinden Läger käme / da hingegen seinleiblicher Bruder auf dem Platz todtverblibe. Aber durch solche Tyran-ney/ Mord/ und Brand war derKrieg nicht außgericht/sonder war täg-lich zu beyder seits vermehret / biß end-lich die Freundschafft/ und andere ho-he Häupter sich in die Sach legten / einFriden traffen / und dem TyrannischenHertzogen auferlegten/ dem Gottseeli-gen Fintano für seines Vatters undBruders Todt/ und andern zugefüg-ten Schaden ein grosse Summa Geltszugeben/ und zubezahlen. Der Ty-rannische Hertzog aber besorgte sich / esmöchte St. Fintanus zubegebner Ge-legenheit/ seines Vatters/ und Bru-ders Todt an ihme rechen / gedachtedeßwegen in selbigem Jahr einen heim-lichen Verstand mit den Norttmannernzumachen / daß sie S. Fmtanum fan-gen/ und über Möer führen sotten. Zudisem End berußte gemelter Hertzog /under dem. Schein der Freundfchafft /S. Fintanum zu einem stattlichen Gast-mahl an ein lustiges Ort/ nicht ferrnvon dem Meer. Fimanus der nichtsarges gedachte/ erschine an bestimmtemOrt / und Zeit / da man aber mittenin der Mahlzeit frölich/ und guterDing war / fielen die bestimmten Nortt-mannermit Gewalt in die Behaußung/nahmen den unschuldigen Fintanum ge-fangen / und führten ihn in das Läget.Weil aber ihr Herr und Hauptmannnoch nicht willens wäre/ auß Schott-land übet Meer in die Norttmanndeyzuschiffen/ verkauffte er Fintanum ei-nem andern Befelchshaber/ diferdemdritten/ und der dem vierdten.
Wie nun St. Fintani HerrensSchiff zubereit/ und mit seinen Gefähr-ten versehen war / führe er mit feinemgefangnen Fintano auf Norttmannienzu/ aber mitten auf der Reiß/ begeg-net ihnen ein Schiff auß Norttmania/die ihre Landsleuth fragten/ wie es inSchotten/ und Hyherma mit demKriegswesen em Beschaffenheit härte( der da fragte / und in St. FintaniSchiff stiege/ war der Söldner/ soS.Fintano femen Vatter/ und Bruderumgebracht/ darum S. Fintanus er-grimmet den Söldner erstochen/ und
hat also Fintanus seines Vatters/undBruders Todt gerochen ) als nun diseSach zu einem starcken Meerstreit kä-me/ und beyderseits sie einander starckangriffen/ erhielt S. Fintanus beyGOtt/ durchsein andächtigesGebett/und treue Ermahnung/ daß seinesHerrn oder Hauptmanns Schiff/ undClaßis mit wenig Schaden glücklichdarvon kommen. Des genösse St.Fintanus / und war bald auß den ei-sencn Banden geschlagen/ frey und le-dig gelassen/ und als sie in die InsulenOreades angelangt / wäre auch nebenandern S. Fintano in das Land zu-steigen / die Insul zubesichtigen / undsichzu proviantieren/ vergunnet. A-bcr Frntanus achtete des Leibs Belu-stigung wenig/ sonder gienge in derInsul hin - und her / und suchte Gele-genheit/ mit Göttlicher Hilff von derGefängnuß des Norttmanischen Jochssich ledig zumachen ; kämme lerstlich zueinem grossen holen Stein/ daran daswilde Meer die Wellen täglich schlüge/under disem Stein und Höle verbär-ge sich S- Fintanus mit grossen sorgen/damit er nit von seinen Feinden gefun-den / oder von dem wütenden Meer ü-berrogen / und verschlundk wurde. Wol-ke sich doch lieber dem wilden Meervertrauen / als wider in seiner FeindenHänd fallen/ die ihne mit allem fleißsuchten/ um und aufdem Stein/ aber. sein Heyland IEsus Christus verbär-ge seinen Diener daß ihn tue Nortt-manner nicht finden könnten / und be-wahrete ihn auch ein Tag/ und Nachtvor gewaltsamme deß wütenden Meers /und vor Hunger/ und Durst.
An dem nachfolgenden Tag/ alsdie Norttmanner auf einer feiten derInsul ihr Läger härten / das wilde /und ungestimme Meer sich gesetzt/ undvon dem Stein/ darunder der Heil.Mann Fintanus verborgen lag / gewi-chen/ kruche der H. Mann herfür aufallen vleren / dann auß Forcht seinerFeinden dörffte er nit aufrecht daherwandten. Als er nun also z. Tagherum gekrocken/ und gesehen daß dieInsul mit dem hohen Meer allerseitsumgeben wäre/ auch unmöglich hinaußzuschwimmen/ wegen Leibs - Schwach-heit / erlittnen Gefangenschafft/ undMangel der natürlichen Nahrung /son-derlich weil er sich nur mit rauchen/undungewöhnlichen Kräutern / und Wurtz-len ernehren müßte; da fande er an demz. Tag die wilden Meerfifch/ und grosseDelphin an dem Gestadt sich erqurcken /und in dem Sand herum weltzen/ rüs-te derhalben auch zu GOtt mit andäch-tigem Hertzem/ sprechende : O GOtt