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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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224 Von dem Heiligen Conrado/

noch vor der Statt gelegen. Mehrdie Seiten/ und Säulen zu Bischoff-zell samt dem Chor / dann es zuvor einkleines geviertes Kirchlcin gewesen/ wiees Bischoff Salomon gestifftet. Mil-ler weil gewunne der Mann GOttesein Lust / Begierd / und Liebe gen Jeru-salem/ dieH. Statt unserer Erlösungheimzusuchen / und allda seiner Andachtzu pflegen / welche Reiß er zu dreyenunderschidlichen Zeiten seines wehren-den Bischüffiichen Ampts verrichtete.Er hatte auch ein sondere grosse Liebe/und Andacht zu dem allerheiligstenGrabJEsu Christi unsers Herren/ dessenAbbildung/ Grösse/ und Weite er mitsich aus dem H. Land gen Costantz ge-bracht / und als er nicht l<um hernachbey dem Thum die Capellen St. Mau-ritij bauete / mit etlichen Pfründen/ undPriestern stifftete / und versähe / liesse erin die Mitte derCapellödie eygentlkche/inn - und außwendig Abbildung der Ca-pellen/ von guten Rorschacher Steinen/des H. Grabs Christi setzen/ wie esnoch gesehen wird/ und so wohl dise /als andere Capellen / und Kirchen mitköstlichen Heiligthumer/ theils von denlieben Heiligen GOttes/ theils auchvon dem H. Land Palestina/ und Rom/mit Gold/ und Silber eingefaßt/ zie-ren. Nicht ferr von disem H. Grabunsers Heylands / doch ausserhalb derCapellen St. Mauritij/ aus grosserDemuth/ under dem freyen Himmelausdem Kirchhoff erwöhlete er ihme seinBegräbnuß. Zu dem allem hat erauch ein Spital zu Costantz/ zu'Auf-enthaltung zwölfi Armen/ die allzeitallda erhalten sollen werden / nebenandern Frembdlingen/ und Durchrei-senden Bettlern /gebauet/ zu deme erso grosse Anmuthung gehabt / daß erselber in eygner Persohn Holtz/ Stein/und andere zum Gebau gehörende-Merck/ getragen/ und denselben'mitgenügsamen Zinßen / und Gülten be-gäbet. Es vermeinen etliche daß di-ser Spital gewesen seye das Seelhauß/andere das klein Spittälein/ daß jetztdie Thum - Probstey ist. Aber wannman den ^Stiffr - Brieff Bischoff Ul -rlchs deß ersten diß Nahmens zu Co-stantz liset/ und das Privilegium Kay-sers Heinrichs des vierdten / findetman daß diser Spital / das jetzig Gotts-hauß Creutzlinqen gewesen ist / wie an

seinem Orth / dcMonasterijs Helvetias,zulesen. Er halste auch die StattCostantz zuverbesseren / und mit Ve-stungen verwahren/ wider der Hun-nen/ oder Ungern Anlauff/ die im Jahrdes Herren 938. hernach mit Schanden /Und Schaden müßten abziehen,cap- ? Mit dem Geist der Weissagung

war unser H. Bischoff auch begäbet Pund seynd ihme vil heimliche/ und ver-borgne Geheimnussen von GOtt geoftfenbahret worden / sonderlich in demJahr Christi 9^8. auf den H. Crentz-tag zu Derbstzeiten in der Nacht/ wieGOtt oer Allmächtig mit einer grossenSchaar der Cnglen / und HeiligenHimmelfürsten/ seiner geliebten Mut-ter Maria zu hohen Ehren/ die Cavellzu Einsidlen mit eygner Hand weyhensahe. Von disem grossen Wunder-zeichen besehe der fromme Leser das Le-ben St. Eberhards/ des ersten Abtszu Einsidlen fol. 207. Cap. z. Es istauch die gemeine sag/ unser Gottsee-liger Conradus seye auf ein Zeit mittrocknen Füssen / über den weiten Bo-densee gangen / wie solches R. P. Pe-trus Canisius in seinem Martyrologio ,neben andern bekrästtiget. ' Als St.Gebhardus der ein gcbohrner Grastvon Bregentz war/ zu Costantz studier-te/ und dem H. Conrado wohl befoh-len war/ begäbe es sich/ daß der Geb-hardus sich in dem VischöfflichenThron/und Sessel St. Conradi setzte / da a-ber der Gottseelige Bischoff ohngefährdarzu käme/ spräche er zu dem Jüng-ling : Gebharde du sitzest noch zu frü-he in disen Sessel/ dann noch einervor dir in disen Thron sitzen wird.Wol-te damit der H. Bischoss andeuten/ daßer zwar künfftiger Zeit Bischoff wurdewerden/ doch wurde vor ihme noch einanderer an das Bischthum kommen ;wie dann geschahe/ daß nach St. Con-rado Gamenoldus/ und darauf Geb-hardus Bischoff zu Costantz worden.

Von der freundlichen Gemein- ctjschafft / und Heimsuchungen des Heil. gj*Conradi mit dem H. Bischost Ulrich i#®,zu Augspurg / besehe der gurhertzige Le-ser das Leben des H. Ulrichs/ oben \«$?beschriben cap. 10. fol. 215. Auf ein ^Zeit begäbe es sich / daß der H. BischossUlrich St. Conradum als seinen Vet-tern / aus dem Schloß Lausten an demRhein under Schaffhausen/ heimsuch-te/ und als dise beyde Heilige Männeran einem Morgen von dem Schloß hi-nab giengen den grausamen Wasserfahl/

( wie der Rhein zwischen zweyenSchrof-sen/ oder Bergen hindurch schüsse inein Liesse / als wolt er sich in das Erd-reich versencken/ und aus diser liesse wi-derum hinauff quallete / und schwun-ge/ und von bannen auf RheinaU .zuflusse)-zubesichtigen / da sahen bistzween H. Bischöff mit grosser Verwun-derung under andern Wunderwerckcuzween Vögel um dise beyde Schlössen/oder Bergen indem Rhein stehen/unddarnach dem grausamen Wasserfahl so

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