Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
Seite
225
JPEG-Download
 

Bischofs / und Beichtiger.

22f

nahet fliegen/ daß sie an die Schrof- bendig/ und unve-sehrt widerum aussen erbärmlich stiessen / und in dem flug dem Magen / und Mund. Darnachln das Wasser fielen / und letstlichnicht zeigte er ihnen an/ wre es ihme ergan-ohn grosse Noth / und Zwang / sich gen wäre / deßwegen sie alle sämtlich -wlderum heraus schwungen. Als nun GOtt dancketen/ und lobten.

^"vrer 2f e H- Männer ein gute Zeit disem

P'U Epectacul zusahen / und die Vogel von Nach dem er nun zu einem hohen c ap . &lhrer Peyn nicht wollen nachlassen/ ver- Alter kommen / hat lhn GOtl der Herr/ <S.Merckten sie wohl daß dise zween Vogel nach Ablauffung 42.Jahrcn seiner glück-arme Seelen waren/ die ihre Sund an seeligen Regierung seeliglich aus disemdisem Qrkh aus Göttlichem geheimen Jammerthal beruften in die immerweh-Urlheil/ büssen müßten ; Hiemit auß rendeFreud/welches geschahe/als mangrossem Mitleyden qiengen sie widerum zehlt nach Christi Geburth 976. Jahr/m das Schloß / das H. Meßopffer für auf den 26. Tag Winrermonats. Erdie arme Seelen / GStt dem Allmäch- würd ausserhalb des Thums/ an die Ca-tigen aufzuopssern. Der H. Conra- pellen St. Mauritlj (die er selber hat-dus gäbe seinem Gast St. Ulrich den bauen lassen) under den blossen Himel /

Vorzug als dem Eltern/ undalleriwb- wie er daß in seinem Leben/ aus De- 'sten Freund. Wie nun S. Ulrich seyn müthigkeit begehrt/begraben. EsGebett / und H. Meß vollendet hatte/ geschehen aber bey seiner Bcgräbnußsahe man daß ein Secl in Vogels ge- an den armen/ und presthaftten Mcn-statt verschwunden. Nach solchem schen/ welche ihn um Hilft'/ und Für-gienge auch St. Conrad mit grosser An- bitt gegen GOtt angeruffen haben/ vildachrzudem Altar/ undnachvollbrach- wunderbahrlrche Zeichen/ durch diederter Meß war auch die ander <L>eel erlö- allmächtige GQtt seyn Heiligkeit kundt-set/ und durch solcher Heiliger Män- bar/ und offenbar machen wollen. Ausner Gebett/ und hohes Opfter der H. denen wir etliche wenig aufs allerkür-Meß von ihrer Peyn/ und Marter er- zesteinführen/ dann andere wegen län-

ge der Jahren vergessen / auctssvil ausder Menschen nicht verzeichnet

lediget.

Auf ein Zeit begäbe es sich an ei- worden-

nem Ostertag / wie Sr. Conrad in der

Thumkirchen zu Costantz daö Ampt der Und zum ersten ist bewüßt/ daß AvemMeß verrichten wölke/ und allbereitdie zu underschldlichcn Zeiten zwo Persoh-gewöhnliche Wort der H. Consecrati- nen/ so von ihrer Geburt an stock Blind sehend,on übcr den Wein im Kelch außspre- gewesen/ bey dises Heiligen Grab /chen / daß sich ein grosse Spinn von 0- nach vollendtem andächtigem Gebett /ben herab auf den Altar gelassen / und sehend worden seynd.vhnversehens/ oder villeicht aus Schi-ckung Gottes/ in die Mitte des Kelchs Ein anderer der4.Jahr lang Krum/ Ein Lab

gefallen. Wiewohl aber derH. Mann und Lahm war / hat sich zu des Heil. f !Ls ir *wohl erachten könnte/ in was Gefahr, Grab an Krücken kriechend begeben / ° ulichkeit des Lebens/ natürlich darvon sich 6. Monat beydem Grab aufgehal-rureden/ er wäre/ so er sie niessen wur- ten/ und Tag/ und Nacht den Heil.

: dannoch damit dem gedachten Hoch- Conrad um Hilft'/ und Gesundheit mitwürdigsten Blut JEsn Christi kein Un- vilem andächtigem Gebett / und Senff,ehr bewissen wurde/ hat er dasselbige tzen angeruften. Als nun diser lang-H. Blut mit der Spinnen in einem fe- müthige lahme Mensch mit höchster An-nen Glauben / und gutem vertrauen in dacht GQtt den Herren in seinem Hei-Gott/ mit einander empfangen/ und ligen anrußte/ siele er uhrblötzlich aufgenossen/ darnach vollendeter das H. die Erden/ und gäbe kein Zeichen mehrAmpt der Meß. Nach dem nun der seines Lebens; die herum stehende Mcn-H. Mann von der Kirchen in seinem schen erschracken / und giengen hinzu /

Hoff angelangt / und darauf zu Tisch ihne zubegraben. Balddarauffien-deftssen/ »eigener seyn Haupt in bey- ge der vermeinte todte Mensch an seine^ Händ/ und sitzet ein weilstillschwei- Augen/ und Mund aufzuthun/ seinegenr. Ab Visen Gebärden waren lahme Füß außzustrecken / und in ei-serne Diener erschrocken mit Verwun- nem Augenblick wäre er widerum frisch/oerung/was ihme zugestanden/ und be- und gesund,ßegnet wäre. Er aber tröstet sie mit .

sreundUchen ÄZorten/ und ermahnete ' Em mnger Knab / so an allen vie-'^^^fisiesich nicht solcen förchten / ren Krum/ und Lahm/ begehrte von sei-noch bekümmern / dann er eines beson- nem Vatler/ daß er lhne zu deß H Cvn-oern Gastes zuerwarten habe / und rads Grab tragen solee / dann er hvftregleich darauf kröche ihme die Spinn le- allda seyn Gesundheit zu erlangen; der