Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Beichtiger/ und Prediger-Ordens. 30 j

ler stimm : Wir können disem Ketzerkeinen bessern Todt anthun/ dann daßich Visen langen Spieß mitten durch instoß/ und an disem Qrth an dem Spießin der höhe aufgesteckt lasse verfaulen/andern zu einem Exempel; solche/ unddergleichen Scheltwort müßte der Die-ner der Weißheit bis m die finstereNacht / bis das Volck entlieste/ mitweynenden Augen hören / und wann erein Herberg begehrte /wolte/ und börs-te ihn Niemand aus forcht des Volcks/auffnemmen. Also läge er voller Angst/Kummers / und weynens bey einemZaun/ und wüßte nicht alle Augenblick/welches Todrs er sterben müßre. End-lich in der Nacht käme ein Priester mitGewalt / und entledigte den unschuldi-gen Vatter aus den Händen seinerFeinden/ führte ihn in sein Hauß/undbehielte ihn über die Nacht / Morgensaber begleitete er thu aus dem Dorff/und liesse ihn in dem Fnden hinziehen.Einsmahls als er aus Niderland demRhein nach mit einem jungen Leyen-bruder der wohl möchre gehen/ herauffzöge / und eines Tags unser S. Vat-ter aus leiblicher Schwach-und Müh-dlgkert ihme nicht folgen könnte / gien-tze ihme sein Mitbruder vor ein halbeMerl Weegs / der S. Mann aber kämean dem Abend zu einem erschröcklichen/und grossen Wald/ der sorglich durchzu wandern wäre/ dann vil Menschendarinnen ermördt wurden / sahe sich umbb Niemands käme der sein Gleitsmakrdurch den Wald wäre/ da ersähe er einMann / und Weib nach ihme kommen /deren er mit Freuden erwartete. Alssie aber zu ihm kamen / sahe er/ daßder Mann ein greuliches Gesicht / undGestalt hatte / und einem bösen Mör-der ähnlich wäre / einen Spieß in derHand / und ein langes Messer an derSeiten trüge ; das Weib war jung /schön / und könnt wohl reden. Ab Vi-sen Geleytöleuten erschracke der S.Vatter Suso übel/ dann er sahe keinenandern Menschen weder vor/ noch hin-dcr ihme / dessen er sich trösten möchteEr befähle sich G-Ott/ und machte einCreutz über sein Hertz sprechend : Wasseynd das für Menschen? wie wird es mirheur ergehen ? da sie nun in den Waldmit einander kamen/ gienge die FrauLu dem S. Vatter/ und fragte wer erwäre / und wie er hiesse: daß bekandteer freywlllig. Sie sprach lieber Herrrch kenne euch von Nahmens wegenwohl / jch bitte euch ihr wollet meinBeicht anhören : daß thäte ver S. Vat-ter gern , hernach bekannte sie ihme/daß dlser Mann ein rechter böser Mör-der wäre / und vil grosse Mörd in di-sem Wald begangen hätte / sie auch be-

trogen /ihren Freunden entführet/undzu einem Eheweib genommen Abdisen Worten erschracke der S. VatterSuso noch mehr / dieweil er Niemandum sich wüßte / noch sahe / und ausSchwachheit des Leibs nicht entfliehenkönnte / und sprach zu GOrt: Ach l oHerr wie wird es mir heut ergehen ?wie ist der Todt so nahe bey mir ? Alsnun die Frau ihr Beicht vollendet hat-te / gienge sie widerhin sich zu dem Mör-der/ und hatte ihn/ daß er wolte demS. Vatter beichten: dann spräche steinmeinem Vatterland hat man einen sosteiffen Glauben zu disem GotrseeltgenVatter / daß wär ihm beichtet / wiegrosser Sünder er auch wäre/ an seinemletsten Cnd bey GOrt Gnad kökie fin-den / darum folge meinen Worten /beichte deine Sünden/ damit dich G Ottin deinem lersten Sterbstündlein auchbegnaden möchte: Det Mörder fol-tzete den Worten seiner Frauen / undgienge mit seinem Spieß / und scharpf-fen Messer an seiner Seiten zu demDiener der ewigen Weißheit zu beich-ten / welches als der S. Vatter erse-hen ( dann er nichte wüßte was sie bey-de heimlich miteinander geredr hatten)erschracke er sehr / und gedachte: Jetztbist du deß Todts eygen. Under di-sem waren sie in dem Wald an einensolchen Platz kommen / daß der Rheinneben dem Wald hmdb ließe / und gieri-ge der schmale Fuß - Weeg an deßRhems Gestav hm. Es liesse aberder Mörder den S. Vatter Amandumhart an dem Rhein gehen / er giengeihm an der feiten gegen dem Wald /fienge an zubeichten / und erzehlete imalle seine greuliche Todtschläg sonder-lich daß er auf ein Zeit auch eben andisem Orth/ dasie jetzt giengen/ einemehrbärlichen Priester begegnete/ dcmeer auch gebeichtet / und nach gegebnerAbsolution/hab er das Messer aufgezo-gen so an seiner feiten hrenge / solchesdurch ihn gestochen / und ihn über dasGestad in dem Rhein hinab geworffen.Dise Reden/ und Gebärden deß Mör-ders erschreckten den S. Vatter Su-sonem/ daß der kalte Todtschweiß ih-me über den Leid herab liesse; dann ersahe das Messer an deß Mörders fei-ten/ mit welchem er ihn wurde durch-stechen/ und den Rhein/ sein zukünff-tiges Grab/ harte er auch vor Augen.Da nun der fromme Vatrer Amandusvor grossem schrecken wolte zu bodensinckeN/ vermerckle es deß MördersWeib / tratte hinzu / labere / und stärck-te ihn sprechend: Frommer Herr/ ihrsoll euch Nicht förchten / er wird euchnichts thun / desgleichen sagte auch derMörder: Herr ich hab vil gurs vonP p 3 euch