304 Von dem Gottseeligen Amando/
euch gehört / um deßwegen lasse ich euchleben; bittet aber GOtt für mich avmen M rdern/daß er in meinem letssenS-erbstündlein euert wegen sich übermich erbarmen wolle / das verhiesse ihmder S.Vatter/ und genösse der Mör-der deß S. Vatters Fürbitt in seinemTodt/ wie hernach kundbahr worden.Under diftm Gespräch kam? sie außdemWald / fasse seyn Mitbruder zu Enddeß Walds under einem Baum / undwartete auf ihn / als er aber zu ihmkommen / siele der S. Vatter Susoauß Schwachheit / und Forcht die er indem Wald/ wegen deß Mörders hat-te außgestanden / zu boden in -Ohn-macht/ da er aber ein weil gelegen /und seine Kräfften wider allgemach er-hollet hätte / seynd sie mu einanderfort gangen/ und in die Herberg kom-men.
o P . 14. Er war nach seiner Gewohnhest aufDer S. ein Zeit gen Straßburg gefahren / undli'Ä“* da er wider heim woll reysen / fiele er«rosse Er. in ein Giessen deß Rheins mit seinemfahr des neuen Büchlein/ welches er nicht langLodts. darvor geschriben hatte / und deme derTeufte! sehr nachstellig war; und daer in dem Wasser in Gesahr deß Todtöwäre / und. sich nicht möchte erledigen/geschahe ohngefährt/ und auß sonder-bahren Gnaden Gottes/ daß ein Rit-ter auß Prüsscn/ von Straßburg fü-rüber ritte / der wagte sich hinein indas Wasser/ undhalstihm auß gegen-wärtiger Gefahr deß Todts. Eins-mahls zu grosser Kälte in dem Winter/reysete er auf einem Karren ohn alleSpeiß den gantzen Tag/ da kamen siezu einem trüben Wasser/ das war Liess/und schnell in seinem lauff/ und als derKarren ungefähr zunähe an das Was-ser führe / da fiele der Wagen um /schösse der S. Vatter Suso von demWagen in das Wasser/ daß er darin-nen auf dem Rucken läge / es fiel auchzu mehrerem Unglück der Wagen ausihn/ daß er ihm selbsten kein hilft mehrkönnte geben/ daß Wasser aber schwem-mete den S. Vatter Susonem hiß zueiner Mühlen / allda sprangen etlicheMänner in das Wasser / und hülsten demGottseeligen Vatter under dem WagenHerfür. So bald er nun auß demWasser käme/ wurden die Kleider außgrimmer Kälte anihm gefrohren/ unddaS noch mehr ist / es war weder Hauß/noch Hoffum die Mühlen/ dahin er sichbegeben / und seiner rathsamen könnte.Es war aber ein Dörfflein weit vonder Mühlen an einem Berglein gelegen/dahin er mit aller Noth in der finsternNacht gehen müßte. Als er nun da-hin kommen / gieng er von Hauß zu
Hauß / und batte um die Nachthersberg/ aber niemand wolt ihm ausnehsmen. Da ruffte er zu GOtt mir lau-ter Stimm : O HErr! hättest du michlassen ertrincken / so wäre ich ringerdar-von kommen/ als daß ich allhie mußdes Frostö sterben. Dise kläglicheRed hörte ein Baur/ der ihn zuvornicht wolte aufnehmen / und sühne ihnin ein warme Stuben/ darinn er sichwiderum erhollcn möchte. Es kämeder Diener der ewigen Weißheit m einsolche Gewohnheit/ daß wann ihm einLeyden/ Creutz/ oder Trübsal ab den,
Hals käme/ das dann das andere schonvor der Thür wäre. Auf ein Zeitaber gedunckt ihn / als wann ihn GOttverlassen hätte/ dieweil er innerhalbvier Wochen ohne Leyden wäre gewe-sen» Das klagte er mit grossen seuff-tzen in einem Frauen-Kloster etlichengeistlichen Töchtern an der Winden /die ihn fragten/ wie es um ihn stunde/er gäbe ihnen zur Antwort - Ich förch-te daß meiner GOtt gar vergessen habe/dieweil ich innerhalb vier Wochen vonniemand an Leib / oder Ehren bin an-getastet worden/ wider alle meine Ge-wohnheit. Er könnte aber dise Wortkaum außreden / da käme ein Ordens-Bruder/ und verkündiget ihm/ wie erauf einem Schloß gewesen/ da derHErr dises Orths dem S. Vatter ernstelich nachgefragt/ und geschworen hätte/wo er ihn betretten möchte / daß erseyn Wehr durch ihn stechen wolte; der-gleichen Treuungen thäten auch desE-delmanns nächste Freund / so ihn all-bereit in etlichen Klöstern darum ge-sucht hatten. Da sprach der S.Vatter: warum dann erden Todt ver-schuldet hätte ? es antwortete der Bru-der : Es wäre disem Herren gesagtworden/ ihr habet seine Töchtern/wieauch andere mehr zu einem sonderbah-ren geistlichen Leben ermähnet/ und sieGOtt zu dienen gelehret/ und bildetihme ein/ daß dise Menschen seyen diedosten auf diser Welt. Da er diseneue Mahr gehört hatte / spräche er:
GOtt seye gelobt/ daß er au,mich ge-dacht hat/ und meiner nicht vergessen/und also kehrte er sich widerum zu derWinden / und mit freuden erzehlete erseinen Geistlichen Töchtern seinen ge-genwärtigen Zustand.
Als unser S. Vatter Amandus mit Jjrfinnerlichen / und eusserlichen Creutzen /und Trübsalen starck angefochten war /und sich gedultiglich darinnen übet« » ***wurde er oft gezwungen in die Kran-ckemStuben zugehen / seinem kranckeuLeib zupstcgen/ und die Kräfften wuverum zuerhollem Wann er übet
Tisch