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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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304 Von dem Gottseeligen Amando/

euch gehört / um deßwegen lasse ich euchleben; bittet aber GOtt für mich avmen M rdern/daß er in meinem letssenS-erbstündlein euert wegen sich übermich erbarmen wolle / das verhiesse ihmder S.Vatter/ und genösse der Mör-der deß S. Vatters Fürbitt in seinemTodt/ wie hernach kundbahr worden.Under diftm Gespräch kam? sie außdemWald / fasse seyn Mitbruder zu Enddeß Walds under einem Baum / undwartete auf ihn / als er aber zu ihmkommen / siele der S. Vatter Susoauß Schwachheit / und Forcht die er indem Wald/ wegen deß Mörders hat-te außgestanden / zu boden in -Ohn-macht/ da er aber ein weil gelegen /und seine Kräfften wider allgemach er-hollet hätte / seynd sie mu einanderfort gangen/ und in die Herberg kom-men.

o P . 14. Er war nach seiner Gewohnhest aufDer S. ein Zeit gen Straßburg gefahren / undli'Ä* da er wider heim woll reysen / fiele er«rosse Er. in ein Giessen deß Rheins mit seinemfahr des neuen Büchlein/ welches er nicht langLodts. darvor geschriben hatte / und deme derTeufte! sehr nachstellig war; und daer in dem Wasser in Gesahr deß Todtöwäre / und. sich nicht möchte erledigen/geschahe ohngefährt/ und auß sonder-bahren Gnaden Gottes/ daß ein Rit-ter auß Prüsscn/ von Straßburg-rüber ritte / der wagte sich hinein indas Wasser/ undhalstihm auß gegen-wärtiger Gefahr deß Todts. Eins-mahls zu grosser Kälte in dem Winter/reysete er auf einem Karren ohn alleSpeiß den gantzen Tag/ da kamen siezu einem trüben Wasser/ das war Liess/und schnell in seinem lauff/ und als derKarren ungefähr zunähe an das Was-ser führe / da fiele der Wagen um /schösse der S. Vatter Suso von demWagen in das Wasser/ daß er darin-nen auf dem Rucken läge / es fiel auchzu mehrerem Unglück der Wagen ausihn/ daß er ihm selbsten kein hilft mehrkönnte geben/ daß Wasser aber schwem-mete den S. Vatter Susonem hiß zueiner Mühlen / allda sprangen etlicheMänner in das Wasser / und hülsten demGottseeligen Vatter under dem WagenHerfür. So bald er nun auß demWasser käme/ wurden die Kleider außgrimmer Kälte anihm gefrohren/ unddaS noch mehr ist / es war weder Hauß/noch Hoffum die Mühlen/ dahin er sichbegeben / und seiner rathsamen könnte.Es war aber ein Dörfflein weit vonder Mühlen an einem Berglein gelegen/dahin er mit aller Noth in der finsternNacht gehen müßte. Als er nun da-hin kommen / gieng er von Hauß zu

Hauß / und batte um die Nachthersberg/ aber niemand wolt ihm ausnehsmen. Da ruffte er zu GOtt mir lau-ter Stimm : O HErr! hättest du michlassen ertrincken / so wäre ich ringerdar-von kommen/ als daß ich allhie mußdes Frostö sterben. Dise kläglicheRed hörte ein Baur/ der ihn zuvornicht wolte aufnehmen / und sühne ihnin ein warme Stuben/ darinn er sichwiderum erhollcn möchte. Es kämeder Diener der ewigen Weißheit m einsolche Gewohnheit/ daß wann ihm einLeyden/ Creutz/ oder Trübsal ab den,

Hals käme/ das dann das andere schonvor der Thür wäre. Auf ein Zeitaber gedunckt ihn / als wann ihn GOttverlassen hätte/ dieweil er innerhalbvier Wochen ohne Leyden wäre gewe-sen» Das klagte er mit grossen seuff-tzen in einem Frauen-Kloster etlichengeistlichen Töchtern an der Winden /die ihn fragten/ wie es um ihn stunde/er gäbe ihnen zur Antwort - Ich förch-te daß meiner GOtt gar vergessen habe/dieweil ich innerhalb vier Wochen vonniemand an Leib / oder Ehren bin an-getastet worden/ wider alle meine Ge-wohnheit. Er könnte aber dise Wortkaum außreden / da käme ein Ordens-Bruder/ und verkündiget ihm/ wie erauf einem Schloß gewesen/ da derHErr dises Orths dem S. Vatter ernstelich nachgefragt/ und geschworen hätte/wo er ihn betretten möchte / daß erseyn Wehr durch ihn stechen wolte; der-gleichen Treuungen thäten auch desE-delmanns nächste Freund / so ihn all-bereit in etlichen Klöstern darum ge-sucht hatten. Da sprach der S.Vatter: warum dann erden Todt ver-schuldet hätte ? es antwortete der Bru-der : Es wäre disem Herren gesagtworden/ ihr habet seine Töchtern/wieauch andere mehr zu einem sonderbah-ren geistlichen Leben ermähnet/ und sieGOtt zu dienen gelehret/ und bildetihme ein/ daß dise Menschen seyen diedosten auf diser Welt. Da er diseneue Mahr gehört hatte / spräche er:

GOtt seye gelobt/ daß er au,mich ge-dacht hat/ und meiner nicht vergessen/und also kehrte er sich widerum zu derWinden / und mit freuden erzehlete erseinen Geistlichen Töchtern seinen ge-genwärtigen Zustand.

Als unser S. Vatter Amandus mit Jjrfinnerlichen / und eusserlichen Creutzen /und Trübsalen starck angefochten war /und sich gedultiglich darinnen übet« » ***wurde er oft gezwungen in die Kran-ckemStuben zugehen / seinem kranckeuLeib zupstcgen/ und die Kräfften wuverum zuerhollem Wann er übet

Tisch