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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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I

Er ver-wehn denWem überTisch-

Cap. )L.

Christuserscheinetden S- A«mnnd/ inform einesSeraphineam Lreutz-

Er wirdPrior zukl, eurenZeiten.

3 J 4

Von dem Gottsecligen Amando/

Herberg nehmen / da war kein Weinallda / noch weit herum zusinden. Alleinkäme ein Töchterlein das sagte / eshab ein Fläschlein voll Wein / aber wassolte solches' under 20. Persohnen be-schiessen? der S. Vatter befähle dasFläschlein auf den Tisch für zustellen /und als erden Seegen darüber gebenhatte / trancke der Vatter zum ersten/darnach alle nach einander ohn alleswider einschencken / und horten darne-ben denH. Vatter von HimmlischenDingen zu der Seelen Hey! also eyffe-riqPredigen/ das; keiner dises Gött-lichen Wunders achtete / zuletft da siewkderum zu ihnen selbsten kamen / er-kandten sie Gottes Kraftt in der Meh-rung deß Trancks / darum fiengen siean alle GOtt zuloben / und wolren demDiener der ewigenWeißheitdisesWun-derwerck zuschreiben/ daß wolte er nichtgedulden / sonder sprach: O ihr Kin-der/ daß ist nicht mein Merck/ sonderGott hat dise reine Gefellfchafft ihresguten Glaubens lassen geniessen / undhat sie leiblich/ und geistlich gctrancket.

Es hatte auf ein Zeit der Dienerder ewigen Weißheit GOtt/ daß erihn lehrte leyden. Da erschine ihmein einem Gesicht die Bildnuß des ge-creutzrgren Christi in eines Scraphinsgestalt der 6 . Flügel hatte / mit denzweyen bedeckte er das Haupt / mitzweyen die Füß / und mit zweyen flö-ge er / an den understen Flüglen stun-de gefchriben: Empfahe das Leydenwilliglich / an den mitlern stunde ge-schriben/ trag? dein Leyden gedultiglich/an den obersten Flüglen stunde ge-schriben / lehrne Christförmiglich ley-den. Dises Gesicht zeigte ereiner H. Persohn an / die ihme solchesdiser Gestalt außlegte : du solt wissen/daß du aus göttlicher Anordnuug vilLeyden außstehen wirst/ dann du wirstein Prior/ oder Vorsteher eines Klo-sters werden / dardurch deine Wider-sacher/ und Feind desto grössere Ursa-chen haben werden dich zu verfolgen;gib dich zu der Gedult/ wie es dir indem Seraphin angezeigt ist worden.Nicht lang hernach / als jetzt drey Jahrverflossen / m welchem seinem Gotts-hauß wenig Wein / und Früchten / we-gen unfruchtbaren Jahren eingelffferetworden / deßwegen auch das Kloster ingrosse Schuldengerathen/ war derS.Vatter Suso cinhelliglich zu einemPrior von seinem Convent erwvhlet /darauß ihme vil Widerwärtigkeit zu-stunden. An dem ersten Tag feinesPriorats befähle er / daß man solt indas Capitel leuten/ in welchem er sei-ne Brüder eyfferig'ermahneke / daß siesollen ihren Heil. Vatter Dominicum

anrüsten / dann er ihnen versprochenhatte/ daß er ihnen in allen Nöthcttwolle zu hilff kommen. In dem C a-pitel fassen zween Brüder neben einan-der / und spräche einer spottweiß zudem andern: Sihe wie ist unser Priorein thorrechter Mann / daß er uns hies-set in unsern Nöthen zu GOtt hosten/vermeint er Gott werde den Himmelaufthun / und uns zutrmcken / und es-sen herab senden. Der ander sprachHinwider: Er ist nicht allein ein Thor/sonder wir alle seynd grosse Thoren /vaß wir ihn zu einem Prior angenoh-men / dann wir vorhin wohl wißren /daß er zu weltlichen Geschäfften untaug-lich ist / und nur aufwertz gen Himmelgaffer. Und also wurden vil spöttliche/und unnütze Urtheil über ihn gefallet.

Da es nun Morgen worden / hiesse er «jpfein Ampt von St. Dominico singen /und wohnte demselbigen bey / und daer also in seiner Andacht in demselbenstunde / käme der Thorwart rufst ihnheraus zu einem reichen Chor-oderThumherrn / der sein besonderer Freundwar/ der sprach zu ihme: Lieber Bat-te» dise Nacht bin ich von GOtt er-mähnet worden / daß ich euch an sei-ner statt solte zu Hilff kommen / undbringe euch hiemit2a.Costantzer Pfundzu einem Anfang / und traue auch zuGOtt / er werde euch nit verlassen.

Also name der S. Vatter Suso disesGelt / danckcte GOtt /und dem Chor-herren/ und liesse Brod/ und Wemdarum kauffen/ und GOtt halste ihm/und S. Dominicus / daß er allezeitseines Priorats gute Norhturfft Hütte-.

Eben diser Canonicus/ oder reicheChorherr / als er in seinem Todtbethlag / theilete er zu seiner Seelen Heylein grosses Gut an underschidliche ör-ther aus/ er ruffte auch unsern Bat-lern zu sich / und gäbe ihme ein Sum-ma Gelks hin / und wiver Gottfteligen/und unvermöglichenLeuthen auszuthei-len. Dises ob gleichwohl der S^Vatter sich lang verweigerte zu thun /hat er mit grossem Fleiß verrichtet/ al-so daß er auch ordentliche Rechnungmit Vergnügen seiner Oberkeit darumgethan/ nichrs destoweniger war ihmein grosses Creutz darüber von GOttvorberettet. Dann diser Chorherrverliesse einen unnützen/ und unehrli-chen Sohn/ der als er sein Erbgut ver-zehrt/ und unnützlich verschlembt hat-te / käme er zu dem S. Vatter Su«o-ne/ und begehrte mit Gewalt/ undstarcken Treuworren/ daß er ihm dasGelt geben solte/ so ihme anvertrautworden / oder er wolre ihn um das Le-ben bringen wo er könnt/ und ml>chr Jund dise sorgliche Feindschafft möchte

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