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Worten und Gedanken sich allezeit züch-tig und ehrbar verhalte: und
Drittens, Daß man allen fleischst- 'chen Vorwitz standhaft überwinde, derdas Herz zur sündhaften Lust verleitenkönnte; weil dieses der standmäßigenEhrbarkeit, und eben darum auch derVernunft und dem Gesetze Gottes zu-wider ist.
Hier ist der kurtz gefaßte Begriff,was keusch styn überhaupt heiße, undwarum jeder Mensch, so wie es seinStand erheischt, keusch seyn müsse; näm-lich » weil die unkeusche Lust der stand-mäßigen , allgemeinen Ehrbarkeit, zuder wir, als vernünftige Geschöpfe be-rufen und erschaffen sind, gerade zuwi-der läuft; und weil eben darum die Un- :keuschheit von der gesunden Vernunfso- 'wohl, als von dem Gesetze Gottes ver-bothen ist. So häßlich nun, und überalle Maaße verächtlich dieß Laster ist:so schön, so vortreflich, so ruhmvoll und -herrlich, besonders für das junge Alter,ist die entgegen gesetzte Keuschheitstu-gend, von welcher hier allein hauptsäch-lich die Rede seyn wird. §- h.