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§. II.
Die Reuschheitstugend ist einewahre Zierde.
Keuschheit und Schönheit sind in ei«^ nem gewißen Grade schier allezeitbeysamen; sie führen sich einander wiezwo Schwestern gleichsam an der Hand.Auch ein arbeitsames , ein durch dieSonnenhitze schon braun gewordenesBauernmägdchen höret deßhalben nichtauf schön zu seyn, wenn sie nur keuschist. Und diese wackere Tochter hat so-gar die Ehre mit der göttlichen Brautsich zu rühmen: (*) ich bin schwarz,aber doch schön. Warum ? weilnämlich die Keuschheit eine so schöne Tu-gend ist, die selbst dem Leibe eine vor-zügliche Zierde giebt ; und wie eS derheilige Franciscus von Gales be-hauptet ; unter allen Tugenden ist esnur die Keuschheit, die ebensowohl dieTugend des Leibes, als der Seele ist.
Eben dieser geistvolle, und hochge-A 4 lehr-
Nigra sam, scd formosa, Caat. 1.4,