20
alsdann sich nimmer heurathen. (*)Das ist, wie es die heilige Völker ein-hellig erklären, weil alsdann die Ge-rechten ohne den niederträchtigen Wol-lust des Fleisches ein besseres Vergnügenhaben, und alle allzeit vollkomen, rein,und keusch seyn werden. — Thun aberdie Keuschheitliebendß Seelen nicht ebendieß schon hier auf Erde? fragen dieheilige Vätter. (") So verdienen dandiese keuschen Seelen auch schon jetzt,wie die Engel geehrt, und diesen eini-germaßen gleich gehalten zu werden.Sie beherrschen durch die Vernunft al-le unreine Neigung, als wenn sie Men-schen ohne Fleisch; und sie leben sokeusch, als wenn sie ohne einen Leibelauter Engel waren.
Dcr Engel weis um keinen Wollust,er kann auch nach keinem verlangen ; e-ben darum, weil er ein reiner Geist ist.Und der keusche Mensch will um keinenWollust wissen; weil er durch die groß-müthige Verachtung desselben einer hö-_ Hern
(*) Neque nubenc, neque nubentur. ibidemjitnbrefius. 1. I. dc Virgin. Hieran. Epist,*7. Cbry/oß . dc Virgin,