wen über die Hirten der christlichen Heerde her, die frommen, unduntadelhaften Väter des Gotteshauses, die auf dem Lande denSchafen der wahren Kirche getreu das Brod brachen, sie mitWorten, und gutem Beyspiele nährten, wurden mit Gewalt vonihren rechtmäßigen Besitzen, von ihrem Eigenthume verttieben,und welche ihren ungerechten Händen nicht entwischet, wurdenwie Bösewichte gebunden, und in finstere Kerker geworfen. — —Kann wohl ein Schicksal härter seyn? — die Mutter war ganzentkräftet, von so vielen Schlägen halb getödtet, ihre Söhne schonzum zweytenmal verjagt, und zerstreut! — und da man in folgen-den Zeiten sich aus dem Uebel wiederum hätte Herauswinden sol-len, traff die Geisel Deutschlandes Gustav Adolph auch in diesenGegenden ein. Seine verheerenden Kriegsknechte drangen überalldurch, sie preßten, sogen den Herrn mit dem Unterthane aus, sieleerten Scheuern, und Kästen, und füllten das Land mit Jammer,und Elende. —
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Endlich, wer ist wohl aus allen, die mir zuhören, dieohne bittere Thränen des letzten jüngst erlebten, aber immerhinbewetnenswürdtgsten Unglückes auch nur denken können? jenergrausamen Flammen, die mit unerhörter Unbarmherzigkeit wüthe-ten, und ihren fressenden Zorn durch keine Mittel besänftigen lies-sen, welche nicht nur das herrlichste Gebäude, sondern ch gar dengeheiligten Tempel, den ein Alter von 673. Jahren ansehnlich ge-macht , und der bisher allem Unglücke siegend entgangen, welche, |sage ich, diesen Tempel, und in ihm die Altäre, mit einem Wort,alles, was St. Blasien hieß, in die Asche legten? —
O St. Blasien! wie! du fällst abermal in schwarzen Schutt
zusammen ? — du liegst nun so ganz in der Asche?-Nein!
—-Ich muß schweigen, da so vieler Herzen weinen, — aber Him-mel! konntest du zusehen ? — bist du nicht mehr mitleidig ? —gar nicht mehr barmherzig? —
O ja! wo komm ich hin ? — er ist es. — Ruf nur auf
ganz