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Feyerlichkeit des in dem fürstlichen Stift St.Blasien auf dem Schwarzwald eingeweihten neuen Tempels
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sien als die Quelle betrachtet, aus welcher die Deutschen schöpfenmußten, wenn sie in ihren Klöstern die wahre Klosterzucht einfüh-ren , oder wieder herstellen wollten. Entschlossen sich irgendwogottselige Gemüther zur Ehre des Allerhöchsten, und zum Heileihrer Seelen ein Kloster zu stiften, so wandte man sich nacher St.Blasien, um sich von da aus, wo dre Klosterzucht in dem bestenZustande war, Kolonisten zu erbitten.

Werner Bischof von Straßburg stiftete das nun so be-rühmte fürstliche Kloster Mury, und Gistlbert Abt zu St. Bla-sien mußte nach dessen Verlangen Ruprechten nebst drey andernMönchen dahin schicken, welche die fruktuarrensische Disciplin da-selbst einführen sollten. Lhuno von Hasenburg, Bischof vonLausanna legte im Jahre 1089. den Grund des ehemaligen Klo-sters Erlach am Bielersee in der Schweitz, und der sanctblasiani-sche Mönch Ekehard mit fernen Gefährten kam dahin, die Brü-Der in der Klofterzucht zu unterweisen. In das neu gestifteteGotteshaus Ochsenhausen wurden andere Mönche von St. Bla-sien ausgeschicket, welche daselbst alles nach den fruktuariensischenGewohnheiten anordnen sollten. Wtblingen, das durch dieMildthätigkeit der Grafen Hartmamr, und Otto entstanden, er-hielt durch den seligen Abt Werner, und andere Mönche vonSt. Blasien in der Klosterzucht Unterricht.

Im Jahre 1094. wurde der Mönch Hartmann von St.Blasien mit andern seiner Mitbrüder bis nacher Kettwein in Oester-reich berufen, der den daselbst lebenden Geistlichen zur vollkom-menen Beobachtung der Regel des heiligen Benedikts Anleitunggeben mußte. Eben dieses that Lhuno von St. Blasien zu Al-perspach im Würtenberaischen, Gebens zu Fultenbach in Schwa-ben , Walchmims zu Ensdorf in der obern Pfalz. Ja so garbis nacher Rom hatte sich der Ruhm von der in St. Blasienblühenden Klosterzucht verbreitet; denn als der dritte Stifter mei-nes Klosters zum heiligen Kreuze in Donawertb Mangoldns Grafvon Kyburg, Dillmgen, Wittislmgen/ und Werde bey dem Pap-ste