drey und zwanzigsten Julius ein schreckliches Feuer die entsetzlich-ste Verwüstung anrichtete, und die gedruckten Bücher sowohl,als die Handschriften in Staub verwandelte.
> Ach! hochwürdige Herren 1 wie muß es euch damals zuMuth gewesen seyn? In Zeit einer Stunde waren euer Kloster,euer Gotteshaus, alle Werke euers Fleißes zernichtet. Unddoch ist eure Bibliotheck, den unersetzlichen Schaden an Hand-
. fchriften abgerechnet, ttzt wieder so in einem Stande, daß ihr nicht
> Ursache habet, die alte zu bedauern, so kostbar, ausgesucht, und
> vollständig sie war. So gewiß ist es, daß große Seelen durchdie Hindernisse, die ihnen aufstossen, nur noch mehr angespornetwerden, nach ihrem Ziele zu trachten, wenn Feige langst in Muth-losigkeit verfallen wären.
Eine Wirkung dieses unermüdeten Fleißes in Betreibungder Wissenschaften war es, daß sich die hochwürdigen Einwohnerdieses Stiftes zu den wichtigsten Geschäften der Kirche, und des
! Staates tauglich machten. Abt Nikolaus Gtocker mußte imNamen Friedrichs ui. römischen Königes der Kirchenversammlungzu Basel beywohnen, und hielt an die versammelten Väter einenachdrückliche Rede, die Trennung von dem Pabste zu verhindern.Er hatte auf zwoen nürnbergischen Versammlungen, welche dieReformation unsers Ordens betrafen, mit einigen andern Aebtenden Vorsitz.
Abt Martin i wurde von dem apostolischen Stuhle zumVisitator des Klosters Murbach bestellet; und Abt Blasius u.
i mußte eben dieses Geschäft in andern Oertern übernehmen; Bla-sius iu nach dem er zuvor unter dreyen Kaisern in Wien die An-gelegenheiten seines Vaterlandes besorget, wurde sogar von Rarlnvr. als bevollmächtigter kaiserlicher Minister an die Helvetier abge-ordnet. Abt Franz 11. der sowohl dem p. Marquard Herrgott,bey Ausarbeitung seines vortrefflichen Werkes alle mögliche Unter-stützung verschaffet; als auch sich selbst auf viele andere Arten
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