ihr jener Gefahr, die euch zu Hause drohete, glücklich entgangen,wartete eurer von Außen eine weit größere.
Damals fieng die unselige Reformation an, in den Einge- ■weiden der Kirche zu wüthen, und ihr den Glanz vollends gar Izu rauben, den sie ifyt zugeben versprach. Ueberall sah man xm \oergerissene Kirchen, umgeworfene Altäre, entheiligte Reliquien,und das mit Füßen getretene Allerheiligste. Und was dabey dasallertraurigste war, die Priester selbst, die Mönche, welche sichdem immer weiter fressenden Uebel hatten entgegen setzen sollen,waren oft die Ersten, die sich davon anstecken ließen ; und gleich-wie ein stolzer, und unbändiger Mönch den Grund zur Reforma- ,tion geleget, so baueten andere, die ihrer Gelübde eben so über-drüßig waren, mit gleicher Verwegenheit darauf fort.
Ich zittere, wenn ich die Mönche St. Blasiens wie Scha-fe ohne Hirten überall zerstreuet sehe, Mitte unter den Reitzun-gen der Welt, Mitte unter den verführerischen Beyspielen and-rer Geistlichen, und Mönche sehe. Allein der Himmel wachetefür die Seinigen. Sie lernten den Irrthum nur kennen, um ihn !zu fliehen, und die bösen Beyspiele andrer ermunterten sie nurbessere zu geben.
Abt Gallus stellte das Kloster in eilf Jahren wieder her;rief die zerstreuten Mönche zusammen, und nicht ein einziger war,der die wahre Religion verlassen hatte. Er konnte wahrhaftmit Khristo sagen: Vater! von denen, die du mir gegebenhast, habe ich keinen verloren. (»)
Nachdem nun in St. Blasien wieder ein Hirt und ein Schaf-stall geworden, arbeiteten? die Mönche unter dem Abte Kaspar laus allen Kräften, die katholische Religion wenigst in dem Schwarz-walde zu vertheidigen. Man sah sie in die großen Wälder ein-dringen , um den Irrthum, der sich.da verborgen hatte, aus seinen
Schlupf-
(») Joan. i$. 9 •