Buch 
Feyerlichkeit des in dem fürstlichen Stift St.Blasien auf dem Schwarzwald eingeweihten neuen Tempels
Seite
190
JPEG-Download
 

er legte auch eine Lust, und ein innerliches Vergnügen in ihre Her-zen , das die Arbeit nicht wenig beförderte.

O HErr, sprach David, als er sich schon den großen Ent-wurf zu dem Bau eines herrlichen Tempels gemacht: Ich Wels,daß du die Herzen prüfest: ich habe gesehen, mit welcher Freude mirdein Volk seine Hand zu diesem großen Werke darboth: Oo Herr!erhalt in ihnen diese gute Gesinnung, diesen guten Willen ihrer Her-zen. Damit wollte dieser gottesfürchttge König unstreitig anzei-gen, daß es nicht nur ein großer Vortheil sey, sondern daß eshauptsächlich von Gott abhänge, wenn die Menschen Muth, Stär-ke, und Freude zur Errichtung eines großen Werkes mitbrächten.

Auch hier hat man es gesehen, AA! mit welchem Muth,mit welch innerlicher Freude die Künstler und Handwerker an die-sem herrlichen Tempel gearbeitet. Ein gewisses Vergnügenglänzte auf ihren Stirnen, und glühte in ihren Augen. " Mit Freuden (habe ich sie nicht nur einmal sagen gehört) mit Freuden arbeiten wir an einer so schönen Kirche; welche die Zierde des Schwarzwaldes, und der Ruhm unsers deutschen Vaterlandes werden solle. Es soll uns des Schweißes, der uns über das Gesicht rinnt, niemals reuen, weil er zur Ehre, zur Verherr- lichung des göttlichen Namen fließt. Als das Gebäudezusehends in die Höhe stieg; so lächelten diese guten Leute mit zu-friedenem Blicke hinauf; und gerne, sehr gerne wagten sie ihr Le-den; wenn sie dachten, daß es zur Ehre des Allerhöchsten gewagt .würde. Und Gott, der Herzenerforscher, der diesen Arbeiternsolche Freude, solche Bereitwilligkeit gab, segnete auch augenschein-lich ihre Arbeit. Das Gebäude stieg geschwinder, als man es ivermuthete empor, und ein Werk, das gleichsam ein Ganzes vongehauenen Steinen darstellet, das so ordentlich und schön ausge-arbeitet ist, kömmt in 12 Jahren zu Stande, von welchem vielleichterst die Nachwelt glauben wird, man habe ein halbes Jahrhun-dert daran gearbeitet.

Wie

(<r) /. Fatal. C. 2$. v. ij. 1$.