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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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z 8 Ersten Theils / ersten Capitels /

ken oft in den Willen GOttes aufopferen/und wann es GOtt beliebte/ alle Augen-blick/ auch frühzeitiger den Tod auszuste-hen sich willig/ und bereit halten.

Ist auch darumen ein frühzeitiger Todnicht zu fürchten/ sondern zu wünschen/weilen durch denselben ein Christ in seinerUnschuld erhalten/und bevestigctwird/daer lonsten selbige mit der Zeit verliehrm/ undGOtt schwarlich beleydigen wurde; hat eraber schon gesündiget/ so ist kein besseresMittel darfür/ als der ruhe Tod/ wanncrChristmüthig/ undgottseelig angenom-men wird.

Derohalben seye wohl getrost meinJüngling/ wann du erkranckest/ wann derTod anklopffet/ wann du so frühzeitig da-ran must; es ist ein Zeichen / du seyestausserwählk/ wann er dich so zeitlich vondieser Welt abforderet.

Fürchte dir nicht/ wann du noch in dei-nen unschuldigen Jahren sterben must/ dadu noch von so viel kausenderley Gefahren/und Stricken deiner Feinden ledig blst/ dadu noch kein schwäre Verantwortung aufdir hast. Sonsten / wann du langer gelebthättest/ wärest du in böse Geftttschafften/

und