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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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48 Ersten Theils/anherten Capitels/

der Tugend/sonder sie warten mit Wunsch/und Verlangen aufdenslbigen/ damit sieGOtt huldigen/ und sich ihme/ und sei-nem heiligen Willen unterthanigft unter-werfen/sich ihme gantz/ und gar mit allemdem ihrigen aufopferen/ wegen ihren Sün-den die wohlverdiente Straffausstehen/undGOtt versöhnen / ihr Treu / und Lrebc ge-gen ihrem himmlischen Vatter erzeigen /auch sich Christo ihrem Heyland ähnlichmachen/und etwelcher Massen vergleichenkönnen; ja damit sie durch den Tod zu ihremSchöpffer gelangen / ihne vollkomment-lich benedeyen/ loben/ und lieben/ undalle seine Güter in der himmlischen Glück-seligkeit gemessen mögen.

Diese machen aus der Noth ein Tugend/brauchen den Tod zu ihrem grösten Nutzen/und erlangen durch denselben die ewige See-ligkcit: Diese seynd die rechte wahre gott-selige Christen/ treue Diener/ und liebsteKinder Gottes. Welche also gesagter Mas-sen den Tod nicht fürchten sondern Christ-müthig wünschen / verlangen/ umfangen/und mit Freuden ausstehen; die haben eingewsss Zeichen/ oder Versicherung derewigen Seligkeit / und können nicht ver-dammt