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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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s 6 Ersten Theils/ änderten Capitels /

wir jeynd aber gerräst/ und haben viel-mehr Lust äussere dem Leid z« wahl-fahrken/ und bey dem HErrn gegen-wärtig zu seyn.

Welcher nun als ein wahrer Christ einSinn und Meinung mit dem Heil. Apo-stel hat/ der rühmt den Tod mit grossemFrolocken an.

Eben dieser Heil. Apostel munteret unsauch tapffcr auf ^ /. Endlich warte

ich/ und hoste/ daß ich in keinerleyStuck zvschanden werde. Sondern ichbin der gantzen Zuversicht/ daß gleichwie allezeit/ also auch jezr Christus inmeinem Leid werde gepriesen werden /es seye durch das Leden / oder durch denTod ; dann Christus ist mein Lehen /und Sterben ist mein Gewinn.

Und bald darauf: Ich begehre zu ster-ben/ und bey Christo zu seyn/ welchesauch viel besser wäre.

Weilen dann sterben besser ist/ als le-ben ; so solle ein Christ gern/ und mitFreuden das Bessere annehmen.

Drik-