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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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-o Ersten Theils / andeuten Capitel« /

sie wird schm beysammen daß gantze voll- ßbrachte Leben/und alle so wunderlicheVcc- tordnungen GOttes / und warum dteß/odcrjmes geschehen: Wann sie sich wird erinnc- !

rm / wie oft man angestoffcn / und aller- ^ ldings verloyren gangm / wie man auch nochmehr sich versähst / wann es GOtt nichtso gnadiglich verhütet hätte; wie so oft nachleidigem Sündenfahl man wiederum zu ,

Gnaden seye aufgenoGcn worden: Es werd«uch die Gedachknuß aller Historien / undGeschichtcn/so jemalen geschehen/ vollkom- ,

mentlich sich erinneren/ welches alles un-glaubliche Freuden mit sich bringen wird.

O Freud! schreyt auf der Heil. Augusts- '

nus:O Freud! über Freud.' sie übertrifftalle Freud/ ausser welcher keine Freud ist l

Was lst dan daß für ein unsinnige Blind-heit/ welche mit blutigen Zäheren sollte be-weinet werden/daß wir auf dieser Welt Kin-derpossen/ Gaugelspiel/höltzerne Rößlein/und Pfciflcm/ ein schnödes Wollüstlein/ein schlechtes Geltlein / ein zergänglichcsEhrlem so hoch achten; und das ewige Le-ben/ ewige Reichthum / ewige Ehren/ e-'Vige Wollust/ ewig und unendliche Glück-seligkeit so schändlich hindann seyen/ und

ver-