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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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Eilfrer Absatz. -r

Äen/ so wurde dein Hertz vor allzugrossevFreud zerspringen.

Eben dieser bezeuget: Es habe der HErrder Heil. Catharinä gesagt: Du weist OTochter! daß / da ich einsmals dir in einerVerzückung die Gestalt deß Teufels nurein Augenblick gezeiget hab / du nachmalsgeredt hast: Ich will lieber mit bloßenFüssen über glüendeKohlen fpatzieren/bisam jüngsten Tag/ als diese erschrecklicheGestalt noch einmal anschauen.

So wohl! ist dann der böse Geist so häß-lich/ und abscheulich/daß man lieber söttedas Feur ausstehen / als selbigen ansehen?was für ein uneryieffemr Wollust wirddann seyn/ GOtt! die Brunnquell allerSchönheit ansehen?

Es schreibt Casarius: Es habe der böseGeist zu Cöllen aus einem Besessenen un-ter anderem geredt/ als er gefragt worden/was er geben wolte/ wann er den Himmelwieder erlangen könnte? Wann ein Gaul /sagte er/ von der Erden bis in den Him-mel langte/ mit lauter spitzigen Näglen/undSchmmesserenzugericht/ und ich in einemLeib Tag und Nacht müßte auf-und abge-zogen werden bis am Jüngsten Tag / wol-