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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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«08 Ersten Theils/ dritten Capitels /

Der dritte Etnwurff.

Ich bin uoch'Nlcht recht genest, da-rum will ich langer leben, mich besserrüsten, und Büß thun.

Antwort.

!Er heut nicht gerüstetist/ wird mor-«SL7 gens auch nicht gerüstet seyn. Ue-ber zehen/über zwanzig Jahr wirst eben die-ses Liedlcin singen/ und gewiß alsdannminder verfaßt seyn zum sterben : Die Er-fahrung bringt es mit sich / daß je alter manwird/ je unlieber man stirbt/ weilen mantäglich mehr Sünden aufladet/ und all un-ser Rüsten / und Büß thuen nichts andersist/ als von Tag zu Tag die Sach ver-böserm/ und arger machen: Du hast schonvielmal dergleichen dir ernstlich festgenom-men ; es ist aber niemal etwas erfolget:W s in der besten Zeit deines Alters/undEif rs nicht geschehen ist/ daß wird auchim höheren Mer/ da du anfangest schwachzu werden/ nicht geschehen.

Das