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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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Vierdrer Eiirwurff. nr

wohl zu / in dem Weingarten deß HEr-ren / und also bekommest den Lohn so-! wohl/ als andere/ die den gantzen Tag^ gearbeitet haben.

Der Heil. Chrysostomus lehret dich all-hier ein schönes Stücklein/ welches du indeiner Lebzeit oft üben sollest/ mit öftererWiederhollung obgesagtcr Resolution/ undMeinung/ er sagt also: Wir müssen denTod nur einmal lcyden/ aber mit unseremWillen können wir alle Tag sterben; da-hero wird es geschehen / daß wir mit so vielSiegkrantzlein von hinnen scheiden werden/so viel Tag wir hier werden gelebt haben;ja noch mit viel mehreren/ dann wir kön-nen in einem Tag einmal/ zweymal/ undnoch öfter sterben. Diese Lehr soll wohlin obacht genommen werden.

Endlich! wann du recht vollkommentlichGOtt dienen/ loben/ und lieben wilst/soist nichts besscrs/ als der Tod/ dann nachdemselben wirst du nicht mehr sündigen / duwirst ihme ohneVerhindernuß dienen/ihnevollkommentlich loben/ ehren / und lieben;ja du wirst GOtt in einem Tag mehr Lob/und Danck sagen/ als hie in fünfzig Jah-ren. Wann du derohalbm GOTT in-nig-