Buch 
Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
Seite
114
JPEG-Download
 

17 4 Ersten Theils/ dritten Capitels /

he/ Angst/und Todsnöthen betetest/ s»seynd zwar selbige schreckbar/ und fürchter-lich/ wann wir sie nur mit menschlichem/und natürlichem Verstand/ als eine Be-schwürt»/ und Uebel des Leibs betrachten;wann wir aber dreselbige mrt Christlichen/und übernatürlichen Augen anschauen/ s»seynd sie liebwerth / und gantz angenehm/einer gottseeligcn und GOtt mehr als sichsebst liebenden Seel. Sintemalen sie sel-bige anficht / als ein wohlverdiente Straff/und vatterliche Raach der göttlichen Ge-rechtigkeit wegen ihren Sünden : Sie er-kennt/ es geschehe gar recht/ und habe siewohl mehr verdienet: Sie gedencket/ an-dere müssen in die Höll/ andere in das Feg-feur; sie aber werde an statt denselben alleinmit diesen zeitlichen Schmertzen gezüchtiget.

Sie nihmt also den Tod/ samt dessenUngemach / und Beschwürden/ willig undgedultig von der Hand Gottes an/ underfreuet sich im Geist/ daß sie Gelegenheitbekommen/ die verletzte Ehr der höchstenMajestät ctwelcher Massen zu erstatten/unddaß sie so gnadiglich abgestrafft/ und indieser Welk abgefeget werde

Lctstüch wendet sie sich zu ihrem gecreu-

zig-