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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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Vierdter Absatz. isl

len irrdischen Dingen entwehnen/daß er ih-ro nachmals nicht mehr schreckbar/ seltsam/und ungewohnt/ sondern liebreich/ nützlich/

1 und crwünschlich vorßomme. Folget also- aus denen zweyen ersten Puncten/ so zurSterdkunst vonnöthen/ auch der dritte /nemlich: Daß ein Christliche See! die schnö-de/ üppige und betrügliche Welt verachte/samt allen ihren Eitelkeiten / Ehren / Reich-thümern und Wollüsten / welche den Men-schen schändlich verführen/ in kurtzem ver-lassen/ ja gar in die ewige Verachtung/ Ar-muth/ Peyn und Marter hinab stürtzen.

Welcher allhier in Reichthum/ Ehrenund Wohlleben sitzet/ der stirbt gar un-gern/ und thut Scheiden sehr wchc/ wieder weise Mann sagt O Tod! wiebitter ist dein Gedächtnus dem / derFried hak in feinen Güteren. Ein sol-cher lebt mit dem reichen Mann/ stirbtmit Kummer/ und Angst/ und fahrt mitihme der Hollen zuHingegen sagt eben dieser weise Mann n-c/tz/7 O Tod! wie angenehm und gut istdein Urtheil den Dürstkigen/ rc. Welcheallhier in Armuth / Mangel/ Verachtung/Traurigkeit/ und in grosser Strenge leben/K 4 auch