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Lust, und Liebe zum Tod, samt der grossen Kunst gottselig zu sterben : das ist: Gründlicher Beweisthum, dass ein rechter Christ den Tod nit förchten, sondern mit Begierd standhafftig erwarten, und mit Freuden empfangen solle samt lehrreicher Unterrichtung, wie man sich zum Tod bereiten, wohl, und glückseelig sterben könne / beschrieben durch A.R.P. Gerald Wieland, Capitularen des Fürstlichen Gottshauss St. Gallen
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L04 Änderten Theils/ änderten Tapir.

che sie dir erzeiget haben/ um alle Mühe-waltungen/ und Sorgen/welche sie wegendeiner getragen / rc. Bitte selbige um Ver-zeihung wegen allen denen Manglen/Fahle-ren/Unehrenbictigkeit/ und Ungehorsam.

Hernach wann du noch deine leiblicheEltercn hast/ so thue ein gleiches gegen den-selbigen/ begehre von ihnen den Seegen/daß du die Kranckheit gedultig übertragen/und Gottseelig absterben könnest; halte de-müthig bey ihnen an/ daß sie wciters mitdir Geduld tragen wollen / so lang esGOtt dich in diesem Leben noch aufzu-behalten beliebet.

Bitte auch deine Haußgenossen/ Be-kandte/ Brüder/ und Schwestcren/ somderbahr/ welche du etwas bcleydiget/ umVerzeihung wegen allen deinen Mang-le«/ Unvollkommcnhciten/ Beschwärden/Aergernussen/ und Beleydigungen / undsollest nicht nachlassen/ bis du versicheretbist/ daß kein Mensch etwas wieder dichhabe/ sondern daß du mit allen versöhnetseyest / damit du in vollkommener Liebeabscheidest.

Ersuche auch die jenige/ die dir abwar-ten/ und pflegen/ sie wollen mit dir Ge-duld