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Die Zierde der Jugend / von Matthias Schönberg, der Gesellschaft Jesu
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Worten, un-d Gedanken sich allezeißzüchtig und ehrbar verhalte: und

Drittens, daß man allen fleischlichenVorwitz standhaft überwinde, der dasHerz zur sündhaften Lust verleiten könte;weil dieses der ftandmäßigen Ehrbar-keit, und eben darum auch der Vernunftund dem Gesetze GOttes zuwider ist.

Hier ist der kurz gefaßte Begriff, waskeusch seyn überhaupt heiße, undwarum jeder Mensch, so wie es seinStand erheischt, keusch seyn müsse; näm-lich , weil die unkeusche Lust der stand-mäßigen, allgemeinen Ehrbarkeit, zuder wir, als vernünftige Geschöpfe be-rufen und erschaffen sind, gerade zuwi-der lauft; und weil eben darum die Un-keuschheit von der gesunden Vernunft so-wohl, als von dem Gesetze Gottes ver-bothen ist. So häßlich nun, und überalle Maaße verächtlich dieß Laster ist:so schön, so vortreflich, ja ruhmvoll undherrlich, besonders für das junge Alter,ist die entgegen gesetzte Keuschheitstu-gend , von welcher hier allein hauptsäch-lich die Rede seyn wird.