164 Die klösterliche Distlplitt.
laßig/und die Fuß schwarlich bewegt;Wann das Gemüth Weibisch ist / soerscheinet auß dem Hereingehn eineWeichheit; Wanes rauch und wild/so ist der Schritt gereiht; Wann eswütet / oder gleich einer Raserey er-zürnet wird/ so ist die Leibs- Bewegungverwirret/gehet nicht/sonder wird ge-tragen. Wie vilmehr vermeynest du/daß solches der angebohrnen Sitten-Arth widerfahre/welche mit dem Ge-müth gantz vermischet ist? Von demGemüth werden die angebohrne Sit-ten underrichtet/disem gehorsamen sie/und empfangen von ihme ihre Gesatz.
Auß diser Quell der Natur ist geflossen dasgrosse Lob / welches ^mkrulius der Jungftäw,lichcn Mutter GOtteS gibt : (-/) Es Ware
"nichts höhnisch in ihren Augen/ inihren Worten nichts freches / undnichts unschamhafftes in ihren Tha-ten. Es waren ihre Gebärden nichtwaich/der Gang nicht außgelassen/dieRed nicht boßhafftig/ also daß ihreLeibs-Gebarden und Gestalt ein Bild-nuß ihrer Lugendsamen Seelen/und