Die klösterliche Disciplin. r 69
sittiglich. So solle dann das Ange-sicht noch rauch / noch weichmüthtgaußsehen / sonder es solle haben einesittsame Ernsthaffkigkeit/und Freund-lichkeit. Die jenige Färb ziehret dasAngesicht/welche die Schamhaffrigkeitverursachet.
Dir Schamhassrigtcit ist «in Zicrd ein«r» jrdenAlcrrS/ glänzt dannoch »m;arten Alter vil herr-licher/und vil schöner, //) Was ist liebrei-cher als ein schamhaffrer Jüngling?Was ist die Schamhaffrigkelt für einglantzender Cdelgestein in dessen An-gesicht ? Was für ein nicht zweissel-haffter / sonder wahr haffter Vorbottder guten Hoffnung und guter Arth?Was vertreibt also alles leichtfertigeGeschwätz wie die Schamhafftigkeit?Die Natur bezeichnet meistenteilsdas jenige im Angesicht / was sie imGemüth verborgen hat. Die Scham-hafftigkeit ist auff eine fonderbahreWeiß eine angenehme HoldseeligkeiLdeß Gewissens/eine Hüterin deß gutenNahmens/eine Zierd deß Lebens/einSitz der Tugend / und der Lugenden
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