198 Die Lästerliche Disciplin.^'
§. m.
AIe Klugheit und Auffrichtigkeit^ deß Lebens hat ein jeder Richtervonnöthen: Dann es fallet sehr
hart/daß derjenige über eines andernLeben richten folle/der fein eigen Lebenmcht weist in den Schränkten derMäßigung zu halten/ und deme manvorwerssen kan: (>) Was sitzest dueinen Splitter in deines BrudersAuge / und sitzest den Balcken in dei-nem Auge nicht? L^) Dann'wohl un-derwetfen/und darbey ein böses Lebenfützren/ist nichts anders/als sich sech-sten mit seinen eigenen Worten ver-dammen. <>) Das gute Exempel deßeignen Lebens ist die allerbeste Besse-rung einer frembden Schuld. Undzwar es soll ein Prälat umb so vtlfleißiger die Fähler der Undergebnenabstraffen/ umb wie vil schädlicher ersolche ungeftrasst lasset vorbey gehen,t» Wer den anwachsenden Lasternverschonet / der ist nicht barmhertzig/sonder grausamb: Dan welcher Prä-lat die Fühlbare ungestrafft hingehen
lasset/