Zu der heiligen Dreyfaltigkeit. 205
Sünden verzeihen, als eine: Und wie größerder Sünder ist, dem du verzeihest, desto grö-ßere Ehre ist es deiner Barmherzigkeit.
Wiewohl ich eine sehr große Sünderinn,und deine untreue Dienerinn bin : Auch tau-sendmal mehr Böses als Gutes begangen, unddie Höll gar oft verschuldet hab.
Wiewohl alle Teufel sammt der Welt unddem Fleische sich wider mich verschworen ha-ben, dennoch will ich auf meinen GOtt festtrauen: Dieweil er unendlich mächtiger ist, alsalle meine Widersacher, und ihre Macht imAugenblick zu Schanden machet.
Neben der Güte GOttes verlasse ich michauch festiglich auf das bittere Leiden meinesHErrn JEsu Khristi: Und auf den unend-lichen Werth und Kraft seines vergossenenheiligen Bluts.
Denn selbiges kann weit mehrer reinigen, alsich bemackeln: mehr bezahlen, als ich verschul-den : Und ein einziges Tröpflein ist mehr werth,als meine und aller Menschen Sünden erfodern.
Es ist auch diesem bittern Leiden ein großeSchmach, wenn eine Seele verlohren wird:Hingegen aber eine gewaltige Glory, wenn ei-ne Seele dadurch erhalten wird.
Es war auch Khristo eine von seinen größ-ten Peinen, daß die Menschen sein Leiden sogering achten, und so wenig darauf trauenwürden: Und deswegen ihrer so viele ewiglichwürden verlohren gehen.
N5 Da-