274 Der zehende Theil,
ft Ehre gönne ich dir von Grund meines Her-zens, und erfreue mich ganz inniglich wegenaller reichen Gaben und Gnaden, so du vonGOLt empfangen hast. Alle diese gönne ichdir mehr, als mir selbsten: und habe grössereFreud daran, daß du sie hast, als wenn ichsie selber hatte. Dieweil ich gewiß wech, daßich diese Gnade nimmer so wohl würde ange-wendet haben, als du sie angewendet hast:und dieweil du derselben viel tausendmal wür-diger bist, als ich ihrer würdig bin. Wennalle deine Gnaden meine waren, so wollte ichmich aus Liebe deiner derer gern berauben,und sie dir freywilliglich schenken. Wenn ichseyn könnte diejenige, die du bist, so wollteich doch diejenige nicht seyn; damit du alleindiejenige seyst und bleibest, welche du jetzundbist. Ja, wenn ich noch etwas hatte, dasdir abgienge und bedient wäre, so wollte ichmich dessen gerne berauben, und dir dasselbezur Vermehrung deiner Ehre herzlich gernschenken. Also liebe ich dich, o Maria: Li-der vielmehr liebest du mich: Denn du bist mirtreuer, und meines Heils begieriger, als ichmir selber bin : und bittest mehr für meine zeit-liche und ewige Wohlfahrt, als ich selber dar-für bitte. Du bist nach JEsu deinem gebene-deyten Sohn, meine kräftigste Fürbitterinn,meine treueste Freundinn, meine süßeste Tröste-rin», meine mächtigste Helferinn: Ja, meineherzlichste Mutter! meine Hoffnung, meine
Zu-