Gebeth, am heil. Öfter - Tag. 449
Bußwerken, AbtödLungen, und heilsamen Ue-bungen , so ich in wahrender heiligen Fasten-Zeit verrichtet habe. In Vereinigung aller dei-ner Fasten und Bußwerken, präsentire ich dirdieß Opfer, als ein zierliches Straußlein von' lauter unmuthigen Blümlein: und bitte, duwollest vielmehr meine gute Meynung, als die
> Schlechtigkeit des Opfers, achten und anse-hen. Ich verhoffe auch von dir eine sonderli-
! che Verehrung zum Willkomm zu bekommen:
- und zwar eine solche, welche mir zur Beförde-z rung meines Heils am allernothwendigsten ist.k Ach ! verleih mir heut ein kräftiges Tröpf-le lein deiner himmlischen Süßigkeit, damit ichdich desto inbrünstiger liebe, und desto mehrAndacht zu diesem heil. Oster - Fest empfinde.
> O herzlichster Schatz meiner Seele! wie herz-lich erfreue ich mich, daß du so glorwürdig er-
' standen bist, und alle deine Marter und Lei-
i den nunmehr zu einem so glückseligen Ende ge-
^ bracht hast. Gleichwie deine gebenedeyte Mut-s ter, als du ihr am heutigen Tag in grösterKlarheit erschienest, dich demüthig angebethet,s. und dir alle Freundlichkeit erwiesen hat: alsol begehre ich dich auch mit solcher Demuth anzu-bethen, und dir alle mögliche Freundlichkeit zuerweisen. In den Abgrund meiner Nichtigkeitj versenkt, falle ich vor deiner Majestät nieder,^ und mit schuldiger Ehrerbietung bethe ich deine? unendliche Großmüthigkeit an. Gleichwie die' Khör der Engel, und die Schaaren der Hei-! li-