Gebeth, am heil. Oster- Diensttag. 455
den deine übernatürliche Schönheit anschauen,und deinen glorificirten Leib mit Händen mö-gen berühren. Ö was für Freud! 0 was fürSüßigkeit würde mein Herz empfunden, undmeine Seel verkostet haben! Wiewohl ich die-se Gnad nicht hab mögen haben, so will ichdennoch dich mit den Augen meiner Seele an-schauen, und mich in Betrachtung deiner hold-seligen Freundlichkeit erlustigen. .
O ZEsu! du süßer Trost meines Herzens,wie schön, wie lieblich, wie freundlich bist du.Deine Klarheit übertrift der Sonnen Glanz,Deine Schönheit übertrift das gestirnte Firma-ment, deine Lieblichkeit übertrift alle BlumenDes Feldes, deine Färb ist wie Milch und Blut,Deine Augen seynd wie glänzende Sternen, dei-ne Haar seynd wie helle Sonenstrahlen, deineWangen seynd wie zeitige Granatapfel, deineLefzen seynd wie blühende Rosen, deine Ar-me seynd wie das weisseste Sielber, deine Beinseynd wie das reineste Helfenbein, dein Leibist wie das klareste Gold, deine fünf Wundenseynd wie fünf scheinende Sonnen, dein Mundist süßer dann Zucker und Hönig, und deineStimm ist überaus süß und lieblich. Ein sol-cher ist dein Bräutigam, meine Seel! und einsolcher ist derjenige, der dich zu einer auser-wählten Braut zu haben begehrt. Dieser soliebreiche IEsus will sich dir ganz eigentlichschenken, daß du seiner magst genießen in alleEwigkeit. Solltest du dich dann nicht erfreu-