5ig Der zwölfte Theil,
Lebtag noch keine einzige Stund recht gedienet; I
aber wohl viel tausend Stunden in Sünden zu- > ßgebracht habe. OmeinJEsu! von mir kaust ^du wohl sagen, was du von dem unseligenJuda gesprochen hast: besser wäre es ihm, er hwäre nimmer gebohren worden. Ja, tausend- ymal besser wäre es, daß ich nimmer wäre ge- zbohren worden, als daß ich jema! eine Tod- hsünd begangen hätte. Nun aber habe ich nicht §allein eine, sondern sehr viele schwere Sünden ^ s,begangen, und bin in denselben gar lange Zeit j,boshaftiglich verharret. Was hat doch deinestrenge Gerechtigkeit eingehalten, daß du mich ^ gin meinen Sünden nicht hast lassen zu Grund ^ hgehen? was hat doch dich bewegt, daß du , Amich bis auf diese Stund hast lassen leben, da s ^du doch viele tausend andere, die weniger als ? j,ich gesündiget haben, in ihren Bosheiten hast ! xlassen dahin sterben u n d verderben? Ahne l ^Zweifel hast du mich deßwegen in meinen Sün- (den so langmüthig übertragen, damit ich Zeit ^
zur Büß hatte, und endlich einmal von mei- x
nen Sünden abstehen sollte. L)! wenn doch f zheut dieser glückselige Tag wäre, an welchem l ^ich mich vollkommentlich bekehren, und ein best ^ kseres Leben anfangen thäte. D! wenn doch k cdieser mein Geburtstag so gut seyn möchte, , ;
daß, gleichwie ich heut ein neues Jahr meines ^ ^
Lebens, also auch ein neues Leben meiner See- ^ jle anhebete. O GOtt verleih mir darzu dei- ^ ^ne Gnad, auf daß, gleichwie ich die vorige f ;
2ah-