Gebeth, in leib-und geistlichen Kreuz. 551
te ich deiner göttlichen Verordnung: sollte ichauch mich ungeduldig erzeigen, so verliehrte ichdeine Gnad und meinen Verdienst. Darum un-tergebe ich mich demüthiglich unter deine Ru-then, und dasjenige Kreuz, welches du mirvom Himmel gesandt hast, empfange ich mitbeyden Armen. Mit Geduld will ich dassekbi-ge ertragen, dieweil ich weis, daß es mir vonkeinem Menschen, sondern von dir selbst ist zu-geschickt worden. Ja, ich erfreue mich, undDanke dir, daß du meine Sünden nicht über-sehen, noch auch die Straf in jene Welt ver-schoben, sondern mich in dieser Welt, und mder Gnaden-Zeit heimgesucht hast. Dann esist mir tausendmal besser, daß du mich hier,als dorten strafest: dieweil du hier nach deinerBarmherzigkeit, dort aber nach der allerstreng-sten Gerechtigkeit die Sünder züchtigest. Gü-tigster Vater! sieh nun an meine all zu großeSchwachheit, und verleih mir Geduld in mei-ner Trübseligkeit, Amen.
Eine gewisse Bitt unter der heiligen Meß
zu erhalten.
du m einem schweren Kreuz bist, so sprichnach dem Evangelio dieses sehr kräftige Ge-beth mit grossem Vertrauen:
allerhochwürdigste Dreyfaltigkeit! wie-wohl ich wegen meinen vielen Sünden
nicht