58« Der vierzehnde Theil,
gehorsames, freundliches, und geduldigesHerz zu meinem Mann, damit ich ihm nichtUrsach gebe, über mich zu zörnen, zu fluchen,oder gar von mir zu gehen. Durch die Sanft- cmuth Ahristi bitte ich verleih mir, daß ich nach ^sanftmüthig erzeige, damit ich nicht durch wer- ^
men Zorn und Haß, deinen ewigen Zorn und !°Haß wider mich erwecke. Ich bitte dich auch, lo allergütigster himmlischer Vater! durch JE- 'sum Khristum deinen Sohn, durch die Gütig-keit des heil. Geistes, daß du meinem Mannsein Übels Verhalten wollest zu erkennen ge- lDen, und sein armseliges Leben in ein besseresverändern. Ach ! ich fürchte sehr, daß erdurch sein Spielen, Saufen, Zörnen, Flu-chen, und Wünschen, mich und sich in großesElend bringe: ja sich gar in den Abgrund derHölle verdamme. So wäre es ja besser, daßich nimmer gebohren, noch mit ihm wäre ver-heurathet worden. Ach ! mein liebster HErrund GOtt! komm mir doch zu Hüls in dieser ^großen Noth, und schicke ein Mittel vom Him-mel herab, damit dieses Unheil gebessert wer-de. Sieh doch an die Zäher meiner Augen,und die Betrübniß meines Herzens, und er-höre die klägltche Seufzer, so ich zu dir in denHimmel schicke. Und wenn ja keine Besserungzu hoffen seyn sollte - so bitte ich, du wollestuns von einander scheiden, wofern es dir gefäl-lig, und uns selig seyn sollte. Dieses ist mei-ne demüthigste Bitt und Klag, welche du vor
dei-