Sz6 Der fünfzehnde Theil,
leih mir deine göttliche Gnade, und verschaffe,daß alle meine Schmerzen und Seufzer zu dei-ner Ehre gereichen, Amen.
Seufzer eines Kranken.
Ms wolle doch ein Kranker seine Zeit nicht müssigzubringen, sondern sie zu GOttes Ehre, undfeinem Heil wohl anlegen. Dann die Zeit der Krank-heit ist sehr köstlich, in welcher ein jeder mehr verdie-nen kann, als er vielleicht sein Lebtag verdienet hat.Weil ein Kranker alle Augenblick leidet, so kann erauch alle Augenblick GOtt einen neuen Gefallen er-zeigen , und für sich einen neuen Lohn verdienen:Wenn er nur seine Krankheit wohl anlegt, und sei-ne Schmerzen oftmal GOtt aufopfert. Ein Kran-ker kann zwar nicht viel bethen, dennoch kann er oftZu GOtt seufzen. Darum solle er diese Seufzer flei-ßig brauchen, und bald diesen, bald jenen mtt sei-nem Mund, oder im Herzen aussprechen:
Mich mein GOtt! wie armselig ich hier lie-ge, und wie viel ich deinetwegen leide.
Mein Leib ist voller Schmerzen, und meineSeel voller Traurigkeit: mein Geist aber istbereit zu leiden nach deinem göttlichen Willen.
Ich opfere dir, o IEsn! meine Schmerzen,Zu Ehre der Schmerzen, so du für mich amheil. Kreuze gelitten hast.
In deine heilige fünf Wunden versenke ichalle meine Schmerzen: und vereinige sie mitdeinem bittern Leiden.
Gleich-