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Seelen-Wayd für die Schäflein Christi, welche Hunger und Durst haben nach der Gerechtigkeit : auf welche geführt wird Damascena, oder jede den Weeg der Vollkommenheit new-antrettende Ordens-Person, in Betrachtung der vornembsten Heiligen Gottes Tugend und Leben / durch P. Michael Lang, Capitularen zu Einsidlen, dess Heiligen Benedicti Ordens. Erster Theil.
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L

Betrachtung

und unsere Sünden nicht alleinGott/sondern auch seine Statt-halter hie auf Erden anzeigen/und beichten.

Zum Vierdten/Habe Er durchseine schmertzhajste»Beschnei-düng dtß schwäre Gesatz vonuns wollen hinweg nehmen/unduns zeigen/daß wir vilmehr un-seren innerlichen Menschen mitdem Messer der ^lorriScLlion vonaller Boßheit derSünden söttenbeschneiden. , ^

Zum Fünfften/Habe Er aufdrejmGesatz bestimbte Zeitdiß allesthun wollen/damit auch wir un-sere Werck zu seinerzeit ohneeinzige Unordnung verrichteten.

Zum fechsten/weil es gut ist demMcnfchen/daß erdasJ-ch auf sich

nehme/ (c) habe Er in seiner zar-ten Jugend dife schmertzhaffteBejchnerdung erlitten / damitwir hiemit vonJugendaufGott/und nicht unseren bösen Begier-den dienen lerneten; nach demExempel viler Armbseeligen /welche in ihrer Jugend / und solang sie gesund sind/ allein derWelt und ihren Gelüsten / imAlter aber / und wann sie krancksind/ sich erst zu GOtt bekehren/und Jhme dienen wollen.

Mein liebste OrmricenL! Haltt

dichtn einem jeden diserPunctenein wenig auf; und Erstlich/glaubest du von Hertzen/daß derwahre GOtt/ das Wort deßHimlifchen Vatters seye Fleischworden'/ Haltest und erkennestdu Ihn für deinen Erlöser / vndsagst du Jhme nach deiner gros-sen Schuldigkeit deßwegen de-müthigen Danck? Ach! gantzblirrd bist du vielleicht in der Er-kandtnuß difts so hochen undliebreichen Gehaimbnuß; dessengnuasambe Zeugnuß gibt deinarmbftettges Leben.

Zum Anderen/bist du nicht zuZelten Gott und deinen Oberenaantz ungehorsamb / so du deinerNatur zuwider etwas sottestthun? Dein HCrr vnd GOttunterwirfst sich einem so hartenGesatz / nimbt auf sich dasZai-chen einesSünders/und du lebstso haickel/ daß du alles nach del-nemWtllen witt haben/und allerGehorsambe dich entziehest.

Zum Dritten / wie verhaltestdu dich im Beichtstuhl; thust dunicht allein GOtt/ sonder auchdeinem Beichtvatter aantz eur-faltig deine Sund öKren undanzaigen ? Wilt du nicht nochzu Zeiten frömmer bey ihme an-gesehen seyn / als du dich vor

GOtt