Buch 
Seelen-Wayd für die Schäflein Christi, welche Hunger und Durst haben nach der Gerechtigkeit : auf welche geführt wird Damascena, oder jede den Weeg der Vollkommenheit new-antrettende Ordens-Person, in Betrachtung der vornembsten Heiligen Gottes Tugend und Leben / durch P. Michael Lang, Capitularen zu Einsidlen, dess Heiligen Benedicti Ordens. Erster Theil.
Entstehung
Seite
36
JPEG-Download
 

z6 Betrachtung

dir meinem HErrenund GOttru erscheinen; Ich weiß zwar/daß auch dise drey Weißen nochnicht zu der höchsten Vollkom-menheit gestiegen/als sie zu dirin den Stall kommen/und ihreL)pfer dir aufgeopfert; aberweil sie gewesen Männer vollerBegierden/ auch mit Hindan-setzung Leib und Lebens/ undGefahr aller zeitlichen Güteren/deinen Göttlichen Willen zu er-füllen/lebe ich in der Wahrheitvoller Forcht / und darff michnicht unterstehen zu dir hinzu zukriechen/ weil ich m nur gantzdas Widerspiel spühre/und nichtallein firide/daß ich gantz unrein/und mit vilen Sünden über-häuft / sonder/ daß noch überdas meine Begierden allem zih-len deine HH. Gebott zu über-tretten/also daß ich mir selbstensehr beschwarlrch. Ach reinesGöttliches Kind! nimme vonmir hinweg dtß schwäre Joch/unter deme ich wider meinenWillen lige; verleyhe mir einsolche Liebe und Begierd / danntich Kraft der heütigen Heiliger:Komunion nichts anders sucheals allein deinen HH. Willen/wie ich mich dann demüthigstanerbiete / selbigen mit deiner

Göttlichen Gnad zu erfüllen;dahero falle ich dir mit disendreyWeifen mit einem demüthi-gen: und zerknirschtem Hertzenzu Füssen/und schencke und opfe-re dir auf nicht allein meine ge-thane Gelübd / Gehorsame / Ar-muth und Keüschheit / sondermein gantzes Hertz / demüthigstbittend / du wöllest mir Erstllchverzeyhen/was ich biß dato wi-der deiner: Göttlichen Willen/wider meine Gelübd/und widermeinen Stand gesündiget/dannes mir hertzlich leyd.

?"> Anderen bitte ich dich/du

wöllest mir Gnad geben/damitich drß mein Vorhaben undVersprechen könne halten/ undmernern Beruf em Genügenthuen/dann es je mein höchstesVerlangen/dich meinen HErrenund GL)tt zu ehren und zu lie-ben; weil ich aber weiß/daß ichmeiner Seits nicht karr thuen/was dein Hochheit und meingrosse Schuldigkeit von mir er-fordert / veretnbahre ich meinGehorsame/Armuth un Keüsch-heit/alle meine gute Begierdenund mein gantzes Hertz mit dei-ner Heil.Gehorsame/die du dei-nem Himmlischen Vatter/ dei-nen lieben Eiteren / und allen

Älen-