Von der Heil. Iungfrawen und Martyrin Agnes. 89
Ach OrmLscens! wie verhal-test du dich/wann du etwan inein Gefahr gerarhest / daß dieKeuschheit soite Gefahr leyden?Hast du ein hertzliches Abscheu-hen von deme/ daß nur einenSchein der Unzucht hat ? weitestdu von Hertzen lieber alle Peynleyden / als das wenigste widerdie Reinigkeit begehen ? Achwie weit sind viler Weeg vondem Weeg fronier und keuscherSeelen!
Bcheryige zum Anderen / wieder Engel deß HErrn den Sohndeß Statt-vogts mit dem Todtso hart gestrafft/ weil Er dißkeusche Lamb Viechisch wolteanfallen/ und sich Fleischlich ver-sündigen. L) wie vilen ist er-aangen/wie disem armen Tropf-ten / haben aber die Gnad nichtaehabt/daßsie wieder zumLeben/Büß zu thuen/waren aufenvecktworden? unter denen gewesendie unglückselige Ertz-Bischöff^äozu Magdeburg/und krön.ooniu; zu Trier / deren der eintevon dem Heil. kkurmo durchdas Schwerst/ der andere voneinem Engel bey seiner Metzenan der Taffel sitzender/ sind ge-tobt und umbgebracht worden.
Sollest du/ l)rw.Atccna ! wider
deinen Stand ein einzige Fleisch-liche Sund begehen / kan dir be-gegnen/was Visen und noch vi-len anderen widerfahren. AchvLMLlcenL! hüte dich/ fliehe undhalte nicht Stand/wann du daswenigste merckest/und fürchte all-zeit/es möchte dich G-Ott an derStell straffen.
Endlich bcheryige/ wie sorgfäl-tig Ahristus der HCrr seine Ge-sponß durch einen Engel undSchnee-weissen Kleyd habe ver-sorget/ und beschützet. Wanndu dasDeinige wirst thuen/wirddich GOtt nicht lassen fallen.Erinnere dich der Heiligen ke-
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Viler tausend anderen/welche allegroß sind gemacht worden / wei-len Sie durch Streckten undKampffenihre Jungfrawschassterhalten. Ach mein DLMLkccnL rvilleicht hast du noch keine sogrosse Gaben und Gnaden beyGOtt verdienet/weilen du dichnoch nicht in den Dörneren umb-geweltzet; in dem Schnee undEiß-kalten Wasser gebadet; initden Fürsten der Finsternuß sicht-barlich gestritten / inrd nach dei-nem Vermögen solchen Anfech-tungen widerstanden. WannM du