248 Betrachtung
eyfferig bettete/und strenge Büßthäte/ empfände Sie sich inner-lich hasstia angetrieben/den Or-den der Heil. oi-rL wieder infernen ersten Gang zu bringen/darzu Sie sich aber gantz un-würdig schätzte/reißte deßwegennach Nom/Ihro Pabstl. Heilig-keit bittend/daß Sie sich selbstendises Geschäffts wollen anneh-men ; der Pabst aber/ weil Ersahe den grossen Eyffer Loic^,gibt Jhro den Gewalt/ disesMerck außzuführen / welchesKoleta auß Demuth nicht thunwolte. Christus selbsten / Ma-ria sein Mutter/ und der HeiligeFrancißcus haben Jhro durchunterschiedliche Erscheinungenzu verstehen geben / daß Sie vonGOtt verordnet / disen Ordenzu retormiren/ welchem Göttli-chem Willen Sie sich auß De-muthauch solang widersetzt/bißSie drey Tag lang erstummet/und das Gesicht verlohren/aberso bald Sie sich entschlossen/di-sem grossen Merck einen Anfangzu machen/ist, Sie wieder völliggesund worden.
vLm,scenr! Betrachte wieGott derHErr die jenigeSeelenerhöhe/ die sich vonHertzen er-niedrigen ; Das fürnehmbste
Exempel ist Maria/die über alleEngel und Menschen erhöcht istworden/weilen Sie sich zum tief-fisten hat erdemüthlget. Eswolte auch die Heilige Koletalieber anderen dienen / und ach-tete sich gantz unwürdig/ überandere zu herrschen/und Ihnenvorzustehen / darumb erwählteSie Gott zu disem hohenWerck/den Orden der Heiltgen Ll-r-zu retormiren / und m besserenStand zu bringen. Gedenckealso l)LMLsccn- ! daß du zu nichtsnutz seyest/ weil kein Demuthbey dir ist. Durchgehe ein we-nig deinen gantzenLebens-Wan-del/so wirst du finden/daß deineGedancken mehr nach der Welt/nach deiner Sinnlichkeit / undnach allerEytelkeit gericht seyen/als wie du GOtt in aller Nkder-trächtigkeit dienen kostest. Mor-zu l)LMLlccn-l! wirst du dannnutz seyn / und was wird dichdein Leben nutzen/wann du nichtvon Hertzen demüthig wirstseyn?
Nachdem die Heilige Koletasich entschlossen / den HeiligenOrden zu . ctormiren/haben sichvrl widerwärtige und verwun-derliche Sachen zugetragen / de-ren allen ungeachtet/ hat Sie
von