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Seelen-Wayd für die Schäflein Christi, welche Hunger und Durst haben nach der Gerechtigkeit : auf welche geführt wird Damascena, oder jede den Weeg der Vollkommenheit new-antrettende Ordens-Person, in Betrachtung der vornembsten Heiligen Gottes Tugend und Leben / durch P. Michael Lang, Capitularen zu Einsidlen, dess Heiligen Benedicti Ordens. Erster Theil.
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258 Betrachtung

fechtlmgen/welche deiner Seelenund deinem Stand möchten ge-fährlich seyn/und glaube festig-lich/daß GL)tt nicht wölle/ daßdu in einem andern Stand alsin demc du lebst / sollest stetigwerden.

Die Keuschheit betreffend/ hastdu dich hoffentlich den Tag dei-nes Lebens in kein Gefahr be-gebcn/auch alle Gelegenheit dichfleischlich zu versündigen/ geflo-hen/well du werst/daß mir allenSünden zu streckten / nicht abermit derUnkeüschheit/welche nachder Lehr Pauli/allein zu fliehen:Fliehet die Hurcrey/ sagt Er. ( 2 )Sottest du aber mit Gedancken/Worten oder Wercken dich dlsesLasters vor Gott schuldig wissen/trage hertztiche New und Leyd/und nimme dir festiglich vor/ denSig wider den Gewalt distsunreinen Geists zu erhalten/daßdu dich ins künfftig mit Ernstder Flucht wollest gebrauchen /welche Flucht dir kein Schand/sonder ein Ehr wird seyn / weildu das Palmzweig der Keusch-heit dardurch erhaltest/und dasFliehen in dergleichen Begeben-heit eben so vil ist/als den Feindin die Flucht treiben.

Endlich gedcncke/ daß weil du

villeichtnoch mit vilen Lästeren/und insonderheit mit der Un-keüschheitbißwetlen zu kampffenhast/ obs nicht daher komme/weil du noch niemahlen rechternstlich wider ein oder das an-dere gestritten. Thomas ist aufdem Berg La,6ri gnugsamb un-terwisen worden / was in der-gleichen Gelegenheit und Ge-fahr öenccliüuz zwischen denDörnercn; öcrnarllus in dem ge-flohenen Wasser/und ^rsociscurunter dem Schnee gethan. WeilEr dann in ferner Gefangen-schafft keine aridere Mittel ander Hand gehabt / habe Er einBrand ergriffen/und das schlim-me Stuck Fleisch verjagt; Fürwelchen Sig Er so grosseKeusch-heit erlangt/ daß obwohlen ErNicht mehr einige Anfechtungerlitten / dannoch jederzeit allesgeflohen / das einigen unziemli-chen Gedancken hatte erweckenmögen; dann in dergleichenGefahr stehen/und nicht verletztwerden / muß allein der Gött-lichen Macht/ und nicht unseremFleiß und Klafften zugeeignetwerden/ sagt öci-nLi-cluz. So duhiemit mit einiger Sund ange-fochten wirst / widerstehe mitErnst derselbigen/so wird sievich

nicht