Z2s Betrachtung
erwünschte Leibs-Frucht erlau-bet»
Mein vamsscenLWir begeh-ren freylich alle armb/demüthlg/keusch/ und gehorsamb in denHimmel zu gehen/aber wir wol-len kein Muhe und Arbeit an-spannen/ und den lieben GOttnicht mit Eyffer und Andachtdarumb bitten» Halte für ge-wiß / daß auch du ohne Buß-werck kein rechtschaffne Lugendwerdest erlangen. Erinnere dichein wenig/ wie du dich bißheroumb die Lugend habest bewor-ben?
Betrachte/ wie Franciscus sichzum Geistlichen Gebaw seinesHeiligen Ordens sechs gantzerJahr durch die Einsambkeit/state Betrachtung HimmlischerDingen/und durch strenge Buß-werck habe bereitet.
Erforsche dich/ wie du deinenStand habest angetretten ? vilbilden Ihnen ein / daß Sie vordem Eingang deß Heil. Ordensallerhand Ergötzlichkeiten müs-sen anstellen/ da Sie doch selbi-gen wohl anzufangen / und inselbigem einen Fortgang zu ma-chen/ sich mit vilen Lugendenund Bußwercken darzu rüstensotten / und gedencken/ daß Sie
der Wett abgestorben / in derEinsambkeit/ und in dem Ver-borgnen wöllen leben/und Gottdem HErrn nach Ihrem Standbiß an das End dienen. Wanndu/ mein väm-lccnL! vtlleichtharte Anstoß leydest/ gedeucke/was dessen Ursach möchte seyn/ob du nicht daran selbst die meisteUrsach seyest?
Betrachte/ Franciscus habe so Istreng gelebt/ daß Er stats/ auchdurch Schnee/Eyß/ und Dörnerbarfuß gangen/ erst zu der Son-nen Untergang ein wenig Brodtund Master genossen/ auf derharten Erden geschlaffen/ alle ^Nacht sich gegeißlet / und miteinem rauchen Wollenem Rocksich bekleydet; Und damit auchfeine Untergebne in stater Büßund Pöniteutz lebten/ habe Erverordnet/ daß Sie sich mit ei-nem Gelübd sollen verbinden/aussert schwarerÄranckheit/kein .Fleisch zu essen»
Mein vamascen,! Erforsch*dich/ob du Nicht gantz heikel mitdir stlbst umbgehest/ und deinemLeib alle Komblichkeiten ver-schaffest? Ob du nicht murrest/wann dir etwas abgehet / oderwann du nicht alle Ding so gnet/oder besser hast/als andere / mit
denen