Von dem Heiligen Bischofs l^oro.
ZZ7
.Betrachte wohl/ob du ErstlichStaudmäßige Tugenden an dirhabest? Ob du dich befleißestttlit der Gnad GOttes nach oer-dem Stand zu arbeiten/und/ als^te Iliäorur Nutzen zu schaffendSlkm Anderen/ ob du nicht tm Gu-ten faul undträg/und mehr dichUnd deine Leibs-Äomblichkeitensuchest/als die Ehr GOttes/undver Seelen Heyl? Durchgeheein wenig deine tägliche Merck/lvie sie beschaffen/und ob du inihnen wahrhafftig Gott suchest?Wicht findest du dich in vilemfahlbar.
In dem Bifchthumb hat 16 äo-'Ur den München-Stand nichtverlassen / sonder mit seinemkommen und Heiligen WandelUMb vil vergrößert und vermeh-U/und nicht allein vil Klöster/^ersamlungen / und SchuhtenMgerichtet/in welchem der Hei-mse Benedictiner-Orden auß-Nbreitet/ und die Jugend in na-Ullichen und übernatürlichenAissenschafften unterwisen/undMehrt ist worden / sonder hatMch für Sre die Regul deß Hei-den Vatters Benedicti alsoMgelegt/undmit schönen heyl-Men Satzungen versehen / wievermeynt/ daß Sie in selbi-
gen Landen zum nutzlichisten zuhalten.
Mein vLMLlcenL ! Die frommeReligiösen / wann Sie zu einerhöcheren Würde befürdert sindworden/ haben Sie Ihre Regulund Ordens-Satzungen jeder-zeit fleijUgist gehalten. Ja manliset/ wann einer vor disem zurBischöfflichen Dignttat erhebt/noch kein Religiös gewesen/habeEr sich zum Heiligen Ordens-Stand verbunden/und zu nochgrösserer Strengheit und Hei-ligkeit deß Lebens getrachtet;Und zu diser Zeit bilden Ihnenleyder etliche ein/daß wann Siein einen höcheren Stand erhobenworden / zu keiner Regul mehrverbunden seyen / sonder nachIhrer Äomblichkeit leben dürf-ten wie Sie wöllen/und die Hei-lige Regul und Satzungen nurfür dte Novttzen/ und einfältigeungestudterte Religiösen verord-net seye. Wie lebst du/ meinvamslcenL ! in deinem Stand?villeicht hast du nicht die jenigeFromm - und Heiligkeit / welchedein Heil. Regul und dein Be-ruf von dir erfordert. Macheeinen ernstlichen Fürsatz frömerzu leben.
(a) i. Hm.z. v.r.
Uu
Der