448 Betrachtung
zahlbar/daß bist in natürlichenund übernatürlichen Gaabenund Gnaden sehr zugenommen/und vil Guets geschaffet/so wohlfür sich als andere. Lebst du/mein vLMLlccriz ! in einiger Ge-fahr deiner Seelen / nimme deinZuflucht bey Maria/und zweiflenicht/ daß du nicht werdest ge-tröst werden; Bist du aber ineinem guten Stand/und verlan-gest mtt Ernst Heiliger zu wer-den/zweifle auch nicht/daß du inder Vollkommertheit nicht wer-best zunehmen; wie dann Ber-nardinus in natürlichen undübernatürlichen Gnaden undWtssenschafften also zugenom-men/daß Er schon im zwantzigi-stenJahr seines Alters einSpie-gel der Tugenden scheinte zuseyn ; So gedencke ein wenig/was du seyest ? bereüwe deinenStand / und verbessere denselbi-gen.
Bcrnardinus liebte absonder-lich die Armen/ denen zn dienen/und Ihnen Gilets zu thuen/ntmbt Er auf sich die Verwal-tung der an der PestilentzKranchligenden/welche Er zweyJahr lang mit grosser Demuth/Liebe und Gedult abgewartet;weil Er sich aber bey diser Ver-
richtung nicht getwstHefarihte/hat Er sich auß innerlichem Mtrieb JEsu deß Gecreützigteiientschlossen/den Orden deß Her*ligen Francisci anzunehmen. -
Mem OLMLsccns! Bernardu
mus hat mit disem seinem stretögen Wandel gesucht durch deilWeeg der Rernigung/derBueß/und staten^orriticLllon Stass'bweiß hinauf zur Vereinigungmit Gott zu steigen/und du vettmeynst durch deine SinnliKkeit/ innerlichen Trost und Snl^sigkeit/ohne Mühe dahin zutaugerl^ Der Weeg zum Himel'tst nicht mit lauter Rosen g^bahnet/ und nicht mit lautt^Edelgesteinen gepflastert;HCrr JEsus hat uns einengnderen Weeg gezeiget/durchsel/Dörner / Areütz/ AbtödtuNSunserer bösen Begierden/ AEr/ daß wir mit einem aulst^bawltchen Wandel dem HüEsollenzueylen. Mein0--^na l trachtest du auch lnnuenach grösserer Volikornmenl)^durch den Weeg derReiniguWHalte für gewiß / daß du Edenne nicht werdest ftom"'werden.
Betrachte ferner / daß
deme Bernardinus durch