Von dem Heil. Paulino/ Bischoffell zu Nola. 527
Himmel groß werdest. Abersuche dich nicht hie zu erdemü-thlgen/ und scheinbahre Tugend--AZerck zu üben/damitdu hie an-dern mögest vorgezogen werden;solche Boßheit hasset Gott/undgibt Er dir/ was du suchest/ istdie Straff in der andern Weltnur desto grösser. Disem Lasterbist du hoffentlich nicht unter-worfn / aber durchsuche ein we-nig dein Hertz/ob nrcht in deinenWertteil zu Zeiten em heimblicheHoffarthund eytele Ehr gefun-den werde? Glaub mir/ Ormalcen r! damit unsere Wertt Gottdem HErrn angenehmb seyen/wird darzu ein sehr gute undHeil. Meynung/ und grosse Rei-nigkeit erfordert.
Unter andern Tugenden deßHeil.Paulim/war nicht die letzteseine grosse Liebe gegen den Ar-men und Nothleidenten / derNicht allein vor seinem Bißthlnnsich in die äusserste Armuth ge-worfn/alles verkausst/und denArmen gegeben/sonder hat auchvon selbiger Zeit an/keinen Ar-men ohne AUmusen von sich ge-hen lassen; und einesmahl zwar/^ Cr E mehr hatte/als einemzigesVwdt/befahle Er feinervrawm Lharasia / selbiges ei-
nem Armen zu geben /.welche-Sie aber nicht thate/auß Sorg/es möchte Ihnen selbst an Brodtmanglen. Wasgeschicht/nichtlang darnach / kamen etlicheSchrff-Lmth daher/welche sag-ten/ daß sie etliche Schiff mitWein und Geträid brachten/und das eines auf dem Meerwäre zu Grund gangen; Dar-auf sagt Paulinus zu seinerTharasia : Sihe/ weil du demArmen das Brodt versagt/ undnicht hast hergeben wöllen/ istauß gerechtem Urtheil GOttesein gantzcs Schiff rnit Getraidzu Grund gangen.
OLMLlccna ! Es ist wahr/undbleibt wahr/daß Gott den Ge-rechten nicht verlasse/und Jhnnean Brodt nicht lasse Mangelleyden. (b) Paulinus hat we-gen Gott alles verlassen/und inäusserster Armuth gelebt/ undsihe/ da Jhnne einsmahl alleMenschen verlassen / hat seingross s Vertrawen / welches Erzu Gott gehabt/ so vrl vermöcht/daß Jhme der Himmel Wun-derthatig gantze Schiff vollWein und Brodt zugeschickt.So seye auch du nicht unbarm-hertzig gegen den Nothleyden-ten / und wisse / was du Jhnnen
gibst/
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