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Der Heilige Othmarus der beste Schutz- und Kirchen-Patron : der Löblichen Pfarrey Andwil in einer Ehr- und Sittenrede vorgestellet, nach fünfzig Jahren von Errichtung der Pfarrey den 16.ten Tag Wintermonats im Jahr 1781 / von Iso Walser, Capitular zu St. Gallen
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zustellen, wo soll ich den Anfang machen ? Er war eine lautere Liebe w«und Gütigkeit in seinem leben; er hatte zärtliches Mittleiden gegen Ar- kemen, Kranken, Bedürftigen, Verlassenen: sein Herz, und seine Hand seistunde allen offen. Nachdem er um das Jahr 720. Die Zellen oder das zrkleine Kloster des heil. Gallus zu regieren übernommen, welche Gutthä- se

tigkeit hat er nicht z8. Jahr lang bis zu seiner Gefängniß jedermann er- so

wiesen ? Ein vacer der Armen , ein Vater des Vaterlands waren seseine Ehrentitel. Im Jahr 760. nach zweyjähriger Gefangenschaft hak ster zwar im Elend sein Leben geschlossen; aber nicht seine Liebe, nicht die fcBegierde den Menschen verhilflich zu seyn. Ja in dem Himmel hat er die 6

beschauliche / und die thätige Wissenschaft zu helfen erhalten durch die d

Allmacht Gottes, welcher also die Verdienste der Heiligen belohnet, v

durch sie uns die Ausstöße seiner Barmherzigkeit mittheilet. Zehen Jahr d

bis 77O. ist der heilige Leichnam Othmari in dem Grab, ganz unverwe- g

fen, in der Insel Werd am Rhein, verborgen gebliben: da man aber c

diesen heiligen Schatz auf himmlische Ermahnung erhoben, und durch rXl. Ordensgeistliche über den Bodensee nach St. Gallen übersetzet hat, swelche Wundergnaden hat er nicht gleich angefangen zu würken? hat er jnicht in dem stürmischen Ungewitter das Schis, die Schifleute, seine an- ldächtige Führer wunderbarlich von dem Schifbruch und Untergang sicher -erhalten ? hat er nicht die abgemattete Schifleute mit überflüßigem Ge- <träncke aus dem imerstiessenden Lägelein durch ein augenscheinliches Wun- jder väterlich erquicket? Also hat Othmarus angefangen, also hat er fort- 'gesetzet schon Tausend und eilf Jahre, den Menschen gutes zu thun. 1

Die augenscheinliche, öffentliche, auserordentliche, bewährteWundergnaden des H. Othmarus sind so viel an der Zahl, so zerschiedenin der Gattung, so groß in der Würkung, daß mir nicht möglich, solcheauch in einem kleinen Begriffe ihnen, Geliebte, vorzustellen. Walafri-dus, Iso, die von seinem Leben und Wundern geschrieben haben , wassich begeben innert ioo. Jahren von 77c). bis 870. sind Zeugen , denenman glauben beymessen muß. AIs der H. Leib Othmari in seine neue vondem Abt Grimaldus erbaute Kirch 867. mit größer Feyerlichkeit eingetra-gen worden, Hot vieleicht der H. Vater nachgelassen, das Gebeth zu erhö-ren, den Betrangten zu helfen? Keineswegs, Hvchwerdeste; denn ichbezeuge ihnen, daß ich in unsern St. gallischen Kronicken , alten Schrif-ten , und Archiven, so viele, so große, so verwunderungs würdige Wun-der und Gutthaten des heiligen Othmarus, auch mit Eidschwüren, vonZeugen, mit Namen und Geschlecht, bekräftigte; auch seit dem leidigenÄbfahl von 1528. geschehene gelesen, daß ich von der Menge gleichsamunterdrücket, uberhäuffet, nicht anfangen will, selbe zu erzehlen. Man