Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Vorred / an den gutheryigen Leser».

eyftkge/ und offenhertzige Freundschafft mit den p?. crLl-rKullaais zu Parisgemacht / und ihnen also sein Hertz entdecket / daß sie nicht änderst ver-meint haben/ als daß er allda werde ihr H. Ordenkleid annehmen / undsich in dieselbige Religion nach Ordens brauch .einschreiben lassen. Indisen beständig gefaßten Gedancken ist er wegen eines schädlich aufgestan-den Tumults von Paris im Jahr i§io. in sein Vatterland widerum ver-reysct / und bald darauf durch Göttliche Einsprechung/ Favor/ und Lei-tung / in disc Thurgöuischc Carthauß Ittingen kommen / das Ordenskleidbegehrt / erlanget / und dasselbig von Anno 1614. den 20. Jenaer / bißan das End seines Lebens beharlich angetragen. Er hat schon in den er-sten Jahren seiner Bekehrung/ und Geistlichen Vocgc.oa angefangen zube-trachten / wie er sein Leben durch wohlersprießliche Mittel verbessern könn-te/ und hat also erfunden / daß kein dienstlichere Occasion zu disem Endmöge sein / als allein die stättswährende Andacht/ und Übung zu den Leben /GOtt gefällig eyfrigen Wercken/ und Marter der Heiligen/ und Ausser-wöhlten GOttcs ; in welcher Betrachtung er also zugenommen / daß erbey sich selbsten beschlossen/ der HH. Authoren / und Urheber deß Christ-_ liehen Glaubens in der hoch-und weitberühmten Eydgnoßschafft nicht alleinfür sich selbsten in Heimlichkeit seiner Ccllcn / sondern auch dem gemeinenVatterland zu Nutz / Trost / und Erkandlnuß deß uhralten CatholischcnGlaubens den Gelehrten zu einer geistlichen Kurtzwcil / und Lustbarkeit /und dcn Gottsförchtigcn zu Aeuffnung ihrer inGOttgepflantzten Andachtzubeschreiben / und mit Gelegenheit in den Druck verfertigen. Hierzwi-sthen haben ihn/ aus sonderbahrerSchickungGOttes/ seine ob-undwohl-gemelte Iuncker Bruder mit-lobwürdiger Andacht oft besuchet / und solchegeistliche Übung mit fein affectionierter Anmuthung gegen ihme / und demGottshauß Ittingen dermassen zu Hertzen genomrnen / und bcysich selb-sten ermessen/ daß sie ihme nicht allein möglichste/ und willfährigste intcr-position solches Werck zubefördern versprochen/ sonder auch so gar das ge-mclte Gottshauß Ittingen mit hochrühmlichen Präsenten / und Prätiofenbegäbet. Seitemahlen die Carthauß Ittingen den Wohledlen / Gestren-gen / und in GOtt seeligen Iunckern Hans Ludwig Pfissem von Altishof-fcn / als deß Authors geliebten Iunckern Brudern / rc. für ihren Hoch-ehrenden/ Großgünstigen / und diser Zeit ungewöhnlichen Mitstissteren /und Fundatorn halten / nennen / ausrüsten / und rühmen mag / und soll:von disem Glück? und unverhofften Zustand ist er aufgemundert worden/- er sein underfangnes Werck mit crnsthasster Dextcritct angegriffen /keine Mühe / und Arbeit gespahrt / von seinen hochschmertzlichen Leibs-prcssuren sich nicht hindern / noch die vil / und manigfaltige Negoria derProcuratur / so ihme von dem Orden durch Gehorsame auferlegt worden/abhalten lassen/ sonder alsbald underthänigst Licentz von dem Hochwür-digsten Herren ttaamio Scoco. LcL. damahls deß Römisch ApostolischenStuhls in dem wohlgemuten Schwcitzerland Legaten/ und dann von dem' Ehrwürdigen Vatter General / und der hohen Carthauß in FranckreichPrior (wie dann die gegebne Brief ausweisen) erworben / und löblich er-langet. Demnach aber dists gegenwärtige Opus sein glückliche Vollen-dung erreichet hatte/ und er in pl-ocinüu das Buch in dic Druckcrey zuschi-cken fertig wäre / ist er unversehens mit einer schwärschlcichendcn Lcibs-schwachheit ergriffen / übereylet/ und von GOtt im-Jahr i§z8. den 28.Februarij / als er 24. Jahr 41. Täg löblich in dem Carthäuser-Orden ge-lebt hatte / in wenig Tagen seiner Kranckheit verhoffentlich zu den ewigenFreunden beruffcn worden: diser / und alten Christgläubigen Seelen/GOttdurch sein grundlose Barmhertzigkeit wöllc gnädig seyn.

Deßwegen/und dieweil dann eben um dieselbige Zeit auch sich vil hin/

b 2 und

Kommt inLarthauser»Orden.

Kranckheit/und sreligsMeiden-